Aktion der AG Vielcourage

Eine Tür als Chance, das Schubladendenken zu überdenken

DILLINGEN Mit einer ungewöhnlichen Aktion sorgte die Arbeitsgemeinschaft Vielcourage am Donnerstag in Dillingen für Aufmerksamkeit. „Offen für Neues ?!?!“, unter diesem Slogan stand am Gleisdreieck eine Tür, an der mit Comiczeichnungen Vorurteile gegenüber „dem Fremden“ entgegengetreten werden soll.

„Wir wollen mit dieser Aktion sensibilisieren. Und vielleicht gelingt es uns, dass sich Passanten mit diesem Schubladendenken selbst hinterfragen, offen sind für Neues und einen differenzierteren Blick im Umgang mit Vorurteilen bekommen“, erklärte Integrationsbeauftragte Melanie ­Meiser, Mitglied der AG Vielcourage.

Rassistische Vorurteile gegenüber Migranten und Flüchtlingen ist kein Randphänomen, sondern ist bis weit in die Mitte der Gesellschaft verbreitet. Beleidigungen im Alltag bis hin zu Hasskommentaren im Internet und Gewalt stehen mittlerweile auf der Tagesordnung.

Mit der „stillen“ Aktion am Gleisdreieck wollten Vielcourage an zwei Beispielen die Erscheinungsformen von Vorurteilen und Rassismus aufzeigen. „Man sollte einfach mal über den Tellerrand hinausschauen“, sagt Sandra Barra-Mellinger, Streetworkerin der Diakonie für den Landkreis Saarlouis, die gemeinsam mit Melanie Meiser und Yasmin Pasker-Dahy von der AWO SPN das Geschehen rund um die weiße Tür aus der Distanz beobachteten. Bürgermeister Franz-Josef Berg schaute ebenfalls vorbei. „Die AG Vielcourage leistet seit Jahren schon in Dillingen einen wichtigen Beitrag zur Integration. Sie trifft mit ihren Aktionen und Veranstaltungen die Themen der Zeit, klärt auf und zeigt gute Beispiele, wie ein Miteinander funktionieren kann“, erklärt Berg.

Die AG Vielcourage besteht in Dillingen seit 2011 und hat sich zum Ziel gesetzt, ein Klima nachhaltiger Toleranz zu schaffen. In den letzten Jahren wurden sowohl Fachtagungen organisiert, als auch das Fußballturnier „Kick der Kulturen. Außerdem wurde das „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“ intern für die Arbeitsgruppe und auch extern für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe durchgeführt.

Daneben findet ein stetiger Austausch über Aktivitäten der rechten Szene in Dillingen und Umgebung statt. Derzeit nehmen als Kerngruppe folgende Institutionen an der AG teil: Kriminaldienst Saarlouis, Kreisjugendamt, Landkreis Saarlouis, Adolf-Bender-Zentrum, Streetworker des Landkreises Saarlouis, Arbeitsstelle Migration und Fremdenfeindlichkeit der AWO SPN und Caritas Saar Hochwald e.V., Stadt Dillingen (Jugendpflege und Integrationsbeauftragte).

red./jb

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de