Acht Bands aus vier Nationen

Das Gloomaar Festival 2019 kommt erneut in die Neue Gebläsehalle nach Neunkirchen

NEUNKIRCHEN Am Samstag, 16. November, findet ab 16 Uhr das experimentelle Rock-Festival Gloomaar in der Neuen Gebläsehalle in Neunkirchen statt. Auch im dritten Jahr trumpft das Gloomaar Festival mit einem exklusiven und einmaligen internationalen Programm aus Post-/Prog-/Stoner-Rock, Post-Metal und atmosphärischen Alternative-Sounds auf. Das Line-up besteht aus insgesamt acht Bands aus vier europäischen Ländern.

Headliner ist Alcest

Als Headliner des Gloomaars konnte die europäische Vorzeige-Post-Metal-Band und Blackgaze-Gründer Alcest aus Paris, Frankreich, für das Festival gewonnen werden. Die Band hat jüngst einen weltweiten Vertrag mit Nuclear Blast Records unterschrieben und arbeitet aktuell an ihrem sechsten Studioalbum.

Im Jahr 2000 von Songwriter und Multi-Instrumentalist Neige gegründet und 2009 von Schlagzeuger Winterhalter komplettiert, wurden Alcest zu den Pionieren des Blackgaze, einer einzigartigen und virtuosen Mischung aus Post-(Black)-Metal und Shoegaze.

Mit ihrem verträumten Stil fern von irdischer Last und dem stets präsenten Kontrast von rauer Dunkelheit zu sanften Melodien hat die Band bereits fünf Longplayer veröffentlicht und dabei eine weite stilistische Spanne abgedeckt – von ihren Black Metal Anfängen über den geisterhaften Pop auf „Shelter“ bis hin zu ihrem 2016er Meisterwerk „Kodama“.

Co-Headliner ist My Sleeping Karma

Als zweites Aushängeschild und Co-Headliner des Festivals reist das Aschaffenburger Instrumental-Quartett My Sleeping Karma (Napalm Records) ins Saarland. Mit ihrem eingängigen, groovenden und sphärischen Psychedelic-Rock sind die vier Musiker seit ihrer Gründung im Jahr 2006 zu einer festen Rock-Institution im Instrumental-Sektor aufgestiegen.

Die Band spielte bereits Tourneen mit Monster Magnet oder Brant Bjork (Kyuss, Fu Manchu) und stand auf etlichen großen Festivalbühnen wie dem Hellfest (FR), AMFest (E), Summer Breeze, Dunk! (BE) oder dem Desertfest. 2010 zeichnete der WDR im Rahmen der Rockpalast-Reihe ein Konzert der Band auf.

Zwei Bands aus der Ukraine

Mit Stoned Jesus und Somali Yacht Club stehen gleich zwei Combos aus der Ukraine auf dem Programm: Stoned Jesus stammen aus Kiew und sind zweifelsohne die größte Band der osteuropäischen Stoner-/Psychedelic-/Doom-Szene. Stoned Jesus gründeten sich 2009. Einige Monate später wurde ihr Debüt „First Communion“ veröffentlicht. 2011 veränderte das Trio auf der „Stormy Monday“ EP seinen Stil und es folgten zahlreiche Shows, die den Ruf der Band als eine der spektakulärsten Live-Bands bestätigten.

Ihr 2012er Album „Seven Thunders Roar“ hat in einschlägigen Kreisen bereits Kultstatus. Der teilweise experimentelle Stoner-Rock des Trios verschmilzt gekonnt Elemente aus Prog-Rock und Doom-Metal und besticht so mit einem sehr eigenen Sound, den die Band von Album zu Album wachsen lässt. Das aktuelle Werk „Pilgrims“ wurde 2018 via Napalm Records veröffentlicht und es folgte eine ausgiebige, vielerorts ausverkaufte, EU-Tournee.

Ebenfalls in der Triobesetzung unterwegs sind Somali Yacht Club, die einen atmosphärischen Mix aus Psychedelic/Stoner/Shoegaze und Post-Rock in die ehemalige Hüttenstadt bringen werden. Ihr aktueller Longplayer „The Sea“ heimste zu Recht unzählige Lobeshymnen ein und die Festivalmacher sind stolz, diese spannende Gruppe als „Special Opener Guest“ ankündigen zu dürfen.

Midas Fall aus Schottland

Das schottische Post-Rock-Duo Midas Fall besticht durch breite Soundgewänder und nicht zuletzt durch die charismatische Stimme ihrer Sängerin Elizabeth Heaton, die des Öfteren mit Beth Gibbons (Portishead) oder Natasha Khan (Bat For Lashes) verglichen wird. Musikalisch vermischen sie Alternative Rock mit Post- und Prog-Anleihen, Electronica sowie einem zarten Hauch Gothic. Die Band wurde letztes Jahr von keinem geringeren als Robert Smith (The Cure) zum Meltdown Festival nach London eingeladen und bekam vom Prog Magazin den „Limelight“ Award verliehen.

Kokomo

Kokomo ist eine instrumentale Rockband aus dem Ruhrgebiet, die die Bühne bereits mit Größen wie Caspian, God Is An Astronaut, And So I Watch You From Afar, Junius, This Will Destroy und Maybeshewill geteilt hat, auf Festivals wie dem Dunk! (BE), Aloud Music Fest (E), Astral Festival (RU)und dem Asymmetry Festival (PL) gespielt hat und die schließlich so etwas wie das hiesige Aushängeschild in Sachen Post-Rock bzw. -Metal wurde.

Wenn die fünf Musiker zusammen auf der Bühne stehen, weiß man anschließend, was mit dem Begriff „Wall-of-Sound“ gemeint ist. Auf dem Gloomaar werden Kokomo das Festival als „Late Night Act“ beenden.

There’s A Light

Nach ihrer Debüt-EP „Khartoum“ (2012) erschien 2018 das Debütalbum „A Long Lost Silence“ von There’s A Light aus Lahr im Schwarzwald. Dem Internet sei Dank, landete die Debüt-EP auf diversen chinesischen Streaming-Portalen, was letztendlich dazu führte, dass die Band im August 2018 auf Headline-Tour nach China eingeladen wurde. Kurioserweise wusste die Band bis zu ihrer ersten Show in Peking nicht ansatzweise welchen Hype sie schon seit einigen Jahren in der chinesischen Post-Rock-Szene ausgelöst hatte.

Noorvik

Als vielversprechende Senkrechtstarter in der Szene gelten die Kölner Noorvik. Ein niederländischer Blog schrieb über das selbstbetitelte Debüt (Tonzonen Records) von Noorvik: „Wenn dich jemand fragt, was Post-Rock ist, lege einfach dieses Album auf! Es hat alles; die Atmosphäre, die musikalischen Fähigkeiten, die Stimmung, die Grooves, die Strömungen und die Höhepunkte.“ Eine mehr als aufregende neue Post-Rock-Band, die 2019 ihren zweiten Longplayer veröffentlichen wird.

Tickets

Karten für das Festival sind zum Preis von 37,50 Euro bei allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional wie den Verlagsbüros von WOCHENSPIEGEL und DIE WOCH erhältlich.

Weitere Infos unter www.gloomaar.de.red./eck

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de