Abschied vom 500-Euro-Schein

In Deutschland wird die Banknote nur noch bis zum 26. April ausgegeben

SAARBRÜCKEN Der violette 500-Euro-Schein wird seit 2014 nicht mehr gedruckt und ab diesem Frühjahr von den Zentralbanken auch nicht mehr in Umlauf gebracht.

Über die Abschaffung der werthöchsten Banknote ist schon länger diskutiert worden. Einerseits seien laut einer Studie der EZB nur 30 Prozent der umlaufenden 500er für Barzahlungstransaktionen genutzt worden und andererseits habe das kriminelle Milieu stark davon profitiert in Form von Geldwäsche, was nun durch den Ausgabestopp eingedämmt werden soll.

Zum 31. Dezember 2018 waren 521 Millionen 500-Euro-Scheine in einem Gesamtwert von rund 260 Milliarden Euro im Umlauf (Quelle: Deutsche Bundesbank). Das machte über 21 Prozent vom Gesamtwert aller umlaufenden Banknoten (1,231 Billionen Euro) aus. Der Vorteil der großen Banknote besteht darin, dass man bei Barzahlungen größerer Beträge, z. B. beim Kauf eines PKW, eben mit weniger Geldscheinen auskommt. Jedoch haben Online-Überweisungen und die bequemere Kartenzahlung mehr an Bedeutung gewonnen, was sich auch mit dem Aspekt der Sicherheit begründet. Wer trotzdem an der Barzahlung festhält, muss sich langfristig mit dem bisher sehr seltenen 200-Euro-Schein abfinden.

Letztmalig wird in Deutschland und in Österreich die 500-Euro-Banknote am 26. April 2019 ausgegeben. Bei allen anderen 17 Nationalbanken im Euroraum endete die Ausgabe bereits am 26. Januar 2019. Die dreimonatige Fristverlängerung erklärt sich dadurch, dass diese beiden Notenbanken die meisten 500er in Umlauf gebracht haben.

Auch wenn der violette Schein zukünftig nicht mehr so häufig anzutreffen sein wird, gilt er weiterhin als gesetzliches Zahlungsmittel und kann zeitlich unbegrenzt an jeder nationalen Zentralbank umgewechselt werden. Lediglich eine Neubeschaffung von der Zentralbank ist nach dem Ausgabestopp nicht mehr möglich, d. h. wenn die Scheine irgendwann verschlissen bzw. als nicht mehr umlauffähig einzustufen sind, werden die der Zentralbank zugeführten Geldscheine einbehalten und in jeweils aktuelle Banknoten umgetauscht.

Wie aber künftig mit den 500-Euro-Banknoten umgegangen wird, z. B. ob sie an manchen Geldautomaten wie gewohnt zur Verfügung stehen oder am Schalter den Kunden ausgezahlt werden, entscheiden die Geschäftsbanken selbst. Bestimmt wird so mancher den 500er als Erinnerungsstück oder als Wertaufbewahrungsmittel behalten wollen. oj

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