79-Jährige zeigt ihre enorme Schaffenskraft

Gertrud Alles präsentiert ihre Bilder noch bis 8. November im Freisener Rathaus

FREISEN Von naiv bis abstrakt, von der szenischen Darstellung bis hin zum Stillleben – so könnte man die Ausstellung umschreiben, die Gertrud Alles aus Oberkirchen im Freisener Rathaus präsentiert. Entdeckt wurde das Talent der 79-Jährigen erst vor dreieinhalb Jahren in der Reha. Seither hat sie eine Schaffenskraft ereilt, die inzwischen mehr als 60 Bilder zustande gebracht hat.

Tochter hilft bei Gestaltung

„Es ist mir eine riesen Freude und eine große Ehre hier im Rathaus meine Bilder zeigen zu dürfen“, bedankte sich Gertrud Alles bei Bürgermeister Karl-Josef Scheer. Sie dankte außerdem Bettina Thomas, die in ihr das Interesse und die Freude an modernen Bildern geweckt hatte. Thomas habe ihr mit viel Geduld und Engagement die Techniken vermittelt, die ihr Malen heute ausmachen. Auch Gertruds Tochter Claudia Weisgerber steht ihr bei ihrer Malerei stets mit Rat und Tat zu Seite und hilft bei der Gestaltung der Bilder.

Inspiration aus dem Netz

„In der Reha hat man mir gesagt: Bleiben sie dabei! Und so übe und übe ich und habe immer mehr Freude daran“, erklärt die Künstlerin ihre Herangehensweise. Gertrud Alles malt alles was ihr in den Sinn kommt. Dabei lässt sie sich auch sehr gern von Abbildungen im Internet inspirieren. Nicht von ungefähr sind daher einige ihrer Bilder an die Arbeiten von Rosina Wachtmeister angelehnt. Andere Werke zeigen einen Einfluss des Impressionistischen oder des zeitgenössischen Realismus.

Malen gegen Schlaflosigkeit

Gertruds Bilder sind von einer bunten Vielfalt geprägt. Sie hat ein extra Zimmer für ihre Malerei, sodass sie sich frei entfalten kann. „Ich kann öfter nicht gut schlafen und dann setz ich mich an meine Bilder und fange an zu malen. Das tut mir gut und so kann ich mich entspannen“, erläutert sie einen Aspekt ihrer Arbeitsweise.

Ihre Bilder werden mit einer Bleistiftskizze begonnen, bevor sie mit Acryl auf Keilrahmen den Bildern die letztendliche Form und Farbe verleiht. Ihre Tochter Claudia unterstützt sie, indem sie beispielsweise die Gesichter malt. „Das ist außergewöhnlich schwierig und meine Tochter bringt das wunderbar fertig“, erklärt sie. Sie sei zudem ihre größte Kritikerin.

Die Ausstellung kann noch bis Freitag, 8. November, von Montag bis Freitag während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.jam

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de