2500 Unterschriften gesammelt

Bürgerinitiative „Kein LKW-Rastplatz in Saarwellinger Siedlungsnähe“

SAARWELLINGEN Der Bund plant in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb für Straßenbau einen LKW-Rastplatz an der BAB 8 Höhe Saarwellingen beidseitig der Autobahn. Vorgesehen sind je 50 LKW- und 30 PKW-Plätze, eine Erweiterung auf je 70 LKW-Plätze ist angedacht, die endgültige Version liegt derzeit noch nicht vor. Auf Saarwellinger Seite wird der Rastplatz bis 300 Meter an die Wohnbebauung heranreichen, bei Erweiterung wird sich die Distanz entsprechend vermindern.

Dagegen hat sich die Bürgerinitiative „Kein LKW-Rastplatz in Saarwellinger Siedlungsnähe“ ausgesprochen und über 2500 Unterschriften gesammelt. Die Menschen vor Ort befürchten durch die geplante Maßnahme eine Zunahme von Lärm, Abgasen und Feinstaub.

Weitere Kritikpunkte sind die Zerstörung von Naherholungs- und ökologisch genutzten Ackerflächen, sowie die großflächige Versiegelung und die daraus resultierenden Folgen auf Wasserhaushalt und Mikroklima.

Auch übergreifende Parkplatzkriminalität und Prostitution hält man für möglich, wie es bereits auf verschiedenen unbewachten Autobahnrastplätzen beobachtet werden kann. Ebenso gibt es massive Bedenken in puncto Vermüllung und Nutzung der Waldfläche als öffentliche Toilette. Die Menschen hier möchten den Lachwald gerne sauber halten und weiterhin als Fläche für Erholung, Freizeit und Sport nutzen können.

Die Initiatoren betonen ausdrücklich, dass sich der Widerstand nicht gegen LKW-Fahrer per se richtet, über die Notwendigkeit von Rastanlagen sei man sich durchaus bewusst.

Mit dieser exponierten Rastanlage ohne Bewirtschaftung und lediglich mit zwei Toiletten ausgestattet schaffe man anstatt einer adäquaten Ruhe- und Rastzone eher eine Notlösung, die massive, belastende Einflüsse auf den ganzen Ort haben wird.

Derzeit informiert die BI regelmäßig jeden Samstag von 14 bis 16 Uhr an der geplanten Fläche unterhalb des Lachwaldes in Höhe des Strommastes über die Ausmaße und möglichen Auswirkungen des Rastplatzes. Politiker des Gemeinderates Saarwellingen und des Stadtrates Saarlouis waren bereits vor Ort und haben der Bürgerinitiative Unterstützung auch in Form einer gemeinsamen Sitzung zugesagt.

Weiterhin hat die BI den LfS in einem offenen Brief gebeten, Fragen besorgter Bürger zu beantworten.

In einem weiteren Schritt wurden auch Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, Umweltminister Reinhold Jost und Landrat Patrick Lauer eingeladen, sich vor Ort von der Situation zu überzeugen und Stellung zu beziehen.

Die BI verweist auf die Entscheidung des damaligen Verkehrsministers Heiko Maas aus dem Jahr 2013 die Planungen zum Rastplatz Weiler nach Bürgerprotesten einzustellen. Er begründete dies mit den Worten: „Mein Ziel ist es, Infrastrukturmaßnahmen immer mit den Bürgern und nie gegen die Bürger durchzuführen.“ Weiterhin hieß es: „Der Wegfall des Rastplatzes ... sollte entweder durch eine Erweiterung einer bestehenden Anlage oder durch den Neubau einer Anlage an anderer Stelle entlang der A8 erfolgen, wo keine Beeinträchtigung von Anwohnern zu erwarten ist“.

Am 10. Oktober 2020 um 14 Uhr soll auf der für den Rastplatz geplanten Fläche mit einer Menschenkette unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln dem Widerstand gegen den Bau der Rastanlage Ausdruck verliehen werden.

red./ti

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