2020 war das schwierigste Jahr

Für 2021 hat Illingens Bürgermeister Armin König wieder zahlreiche Projekte auf der Agenda

Illingen. Auf das schwierigste Jahr während seiner 24-jährigen Amtszeit blickt Illingens Bürgermeister Armin König zurück, und das nicht nur wegen Corona. Er erhielt insgesamt acht Morddrohungen.

„So etwas geht nicht spurlos an dir vorbei. Die Verletzlichkeit ist da und ein Teil des Urvertrauens weg, zumal der anonyme Schreiber bis heute nicht gefasst wurde“, fasste König zusammen. „Ich kann Betroffenen nur raten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.“ Wichtig und zur Seite gestanden hätte ihm in dieser schwierigen Situation seine Familie, was sehr hilfreich war, diese Situation zu bewältigen. Die Zusammenarbeit mit der Polizei lobte er. „Sie haben sich hervorragend gekümmert.“

Was die Pandemie betrifft, sprach er von „einer wichtigen Erfahrung“, die er in diesem Zusammenhang gemacht hätte, um das Ganze lokal zu bewältigen. „Es gab unglaublich viel Teamgeist, gute Koordination und enorm viele Ehrenamtliche, die geholfen haben, vieles möglich zu machen. Das zeigt, dass Illingen eine tolle Gemeinde ist. Wir mussten Probleme lösen, die wir vorher gar nicht kannten.“

Nicht nur wegen der Pandemie, auch witterungsbedingt konnte nicht alles fertiggestellt werden, was geplant war. Allen voran der Ausbau des Schulhofes der Grundschule „An der Lehn.“ „Ich rechne, dass wir Ende Februar/Anfang März den Schulhof einweihen können und bei dieser Gelegenheit auch den Bauwagen als besonders Highlight präsentieren können.“

König zeigte sich begeistert von der tollen Zusammenarbeit bei dem Beteiligungsprojekt Schulhof. „Hier haben Schüler, Eltern, Lehrer, Anwohner, Vereine und die Lenkungsgruppe hervorragend zusammengearbeitet.“ Zurzeit werde rund um die Brauturmgalerie im Außenbereich ein weiterer Bauabschnitt mit dem Anlegen der Außenanlage umgesetzt. Der Bau der Treppe, die eine Verbindung zum Bahnhof herstellen soll, sei eine gigantische Aufgabe, welche die Gemeinde in den nächsten zwei Jahre beschäftigen werde. „Aber, es wächst und gedeiht und wird den Ortskern von Illingen stark aufwerten und das in Zeiten, in denen andere Orte zu kämpfen haben“, freut sich der Verwaltungschef. Unerwähnt lässt König nicht, dass das Ganze nicht ohne die Förderung von Bund, Land und EU möglich gewesen wäre. „Die Städtebauförderung ist ein Segen!“

König informiert, dass mit den Planungen für den Bau des Feuerwehrgerätehauses für den Löschbezirk Illingen begonnen wurde. „Dieses Projekt wird uns ebenfalls die nächsten zwei Jahre beschäftigten.“

Wert legt er auf die Feststellung, dass in Zeiten des demografischen Wandels die Jugend nicht zu kurz kommen soll. Mit dem Bau eines Jugendzentrums in Uchtelfangen werde ein wichtiges Signal für die junge Generation gesetzt. „Natürlich freuen wir uns auf das Kreisprojekt“, mit dem eine neue Schulturnhalle am Schulzentrum, jetzt sogar mit Tribüne, gebaut wird. Wir werden darüber hinaus die Schulturnhalle in Hüttigweiler ertüchtigen.“ Dorferneuerungsmaßnahmen für Welschbach und Wustweiler wurden auf den Weg gebracht. „Dort beginnen jetzt die Planungsprozesse.“

Die Illtalhalle, die bereits im vergangenen Jahr eingeweiht wurde, war ein Megaprojekt. „Sie ist wie neu. Und toll geworden ist das Leistungszentrum für die Ringer. Diese große Gemeinschaftsaktion hat sich gelohnt mit Baukommission, Gemeinderat, Ortsrat und Vereinen. Dankenswerter Weise hat die Untere Bauaufsicht in der zweiten Phase für zügige Umsetzung gesorgt. Jetzt hoffen wir, dass dort endlich wieder Sport getrieben werden kann.“

Erleichtert ist der Bürgermeister, dass die Standortsuche für ein Feuerwehrgerätehaus für den Löschbezirk Ost beendet ist. „Damit können wir auch hier in die Planungsphase einsteigen.“ Er betonte, dass es eine Riesenherausforderung für die Gemeinde sei, beide Objekte – Gerätehaus Illingen und Gerätehaus Ost – zu finanzieren.

Straßenerneuerungen und eine große Sanierung der Abwasseranlage stehen auf der Agenda. Letztere ist notwendig, weil es Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie gibt, die bis 2028 umgesetzt werden müssen, um die Gewässer sauberer zu machen. Auf Grund rechtlicher Vorgaben erfolge auch die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr.

„Natürlich hoffen wir, dass wir bald wieder Kultur in alter Frische präsentieren können. Wir werden jetzt schon mal streamen und hoffen, dass wir nach Ostern neu durchstarten können. Wir wissen, dass das nur schrittweise erfolgen kann und dass wir dafür Meilensteine brauchen.“

Bei der Digitalausstattung der Schulen werde es bereits im Frühjahr weitere Verbesserungen durch neue Tablets geben.

Die Vereinsarbeit liege ihm und den Gremien sehr am Herzen. „Wir helfen in dieser schwierigen Situation, zum Beispiel durch die kostenlose Nutzung von Hallen für Versammlungen und mit Vereinszuschüssen für die Jugend.“ Es sei wichtig, dass in 2021 die Vereine wieder Gelegenheit erhalten, sich und ihre Jugendarbeit zu präsentieren.

Lobend erwähnte König die Weihnachtsaktion der Illinger Stiftung für Bürger, die Weihnachtsgeschenke für bedürftige Kinder organisierte und verteilte. „Außerdem hat die Stiftung alle Hallen der Gemeinde und öffentliche Einrichtungen mit Defibrillatoren ausgestattet.“

Was die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen in allen Bereichen betrifft, wünscht sich König, dass die Bundesregierung einen klaren Plan erstellt mit Meilensteinen und Zielvorgaben, damit jeder planen kann, wie der Weg in die Normalität ist.

Normalität wünscht er sich auch in puncto Freibad. „Ich hoffe, dass wir eine tolle Freibadsaison bekommen und alles nachholen können, was dieses Jahr nicht möglich war.“ ma

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