1945: „Heute gilt es uns!“

Sonderausstellung im Stadtmuseum

ZWEIBRÜCKEN Am Mittwoch, 18. März, führt Dr. Charlotte Glück, Leiterin des Stadtmuseums, den Historischen Verein Zweibrücken durch die Ausstellung zum 14. März 1945. Die Führung beginnt um 19 Uhr.

Der verheerende Bombenangriff vom 14. März 1945 ließ das historische Stadtzentrum Zweibrückens zu 85 Prozent in Trümmern zurück. Kurz nach 20 Uhr hatte die kanadische Luftwaffe (RCAF) in 12 Minuten ca. 800 Tonnen Sprengbomben auf die Altstadt abgeworfen. Zielpunkt war der Schlossplatz, keine wichtigen Verkehrswege oder Industrieanlagen.

Trotz der Evakuierung im Spätjahr 1944 erlebten noch ca. 3000 Menschen das Inferno in der Stadt. Dank des großen Luftschutzkellers im Himmelsberg waren „nur“ ca. 95 Tote zu beklagen.

Fassungslos stand die Bevölkerung vor den Ruinen, als sie die Bunker und Keller verließ. So hatte sie fünf Jahre zuvor die Worte von Gauleiter Josef Bürckel nicht verstanden, der versprochen hatte, „die Heimat werde nach dem Krieg noch schöner als sie vorher war“. Was sie jetzt jedoch beim Verlassen der Bunker vorfand, beschrieb ein amerikanischer Kriegsberichterstatter als eine Stadt, „...die „aufgehört hat zu bestehen“. Dennoch kehrten die Zweibrücker aus der Evakuierung zurück und bauten ihre Stadt wieder auf.

Die Sonderausstellung zum 75. Jahrestag der Zerstörung der alten Herzogsstadt Zweibrücken befasst sich nicht nur mit der Zerstörung, dem Leben in der Trümmerzeit sowie dem Wiederaufbau der 1950er und 1960er Jahre. Im Fokus steht auch die Vorgeschichte, ohne die die Bombardierung nicht gesehen werden darf: Der Siegeszug der Nationalsozialisten in einer Region, die von den Folgen des 1. Weltkrieges besonders betroffen war, sowie die Aufrüstungs- und Kriegspolitik des NS-Regimes.

Die Ausstellung im Zweibrücker Stadtmuseum, unter Projektleitung von Dr. Charlotte Glück, ist von 14. März bis 7. Juni zu sehen.red./dos

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