150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Passend zum Jubiläum erscheint ein Buch zur Geschichte der Lebacher Feuerwehr

LEBACH „Die freiwillige Feuerlösch-Compagnie der Gemeinde Lebach bildet sich unter folgenden Statuten“, so lautet der Original-Text der Gründungs-Urkunde aus dem Jahr 1869.

Vom 21. bis 23. Juni feiert die Freiwillige Feuerwehr ihren 150. Geburtstag. Ein knappes halbes Jahr verfrüht, denn gegründet wurde sie am 7. November 1869. Jahreszeitlich erscheint der Juni den Verantwortlichen aber günstiger als der November, zumal in das Feuerwehrjubiläum auch der 84. Kreisfeuerwehrtag eingebunden ist.

„Das Gründungsdatum 7. November 1869 ist schon lange bekannt, aber ein Glücksfall hat dafür gesorgt, dass wir jetzt wissen, wo die Gründungsurkunde liegt: Im Archiv der Stadt Lebach. Vor einigen Jahren hat Albert Wagner die Archivalien gesichtet und geordnet – und von seiner Arbeit haben wir profitiert“, erklärt Martin Hell von der Lebacher Feuerwehr, der gemeinsam mit Michael Seifert an einem umfangreichen Buch zum Jubiläum arbeitet: „… wenn es brenzlig wird“, ein Buch zur Geschichte der Feuerwehr mit circa 450 Seiten Umfang.

Gründung einer freiwilligen Feuerwehr war gewagt

Die „Feuer-Ordnung“ der preußischen Rheinprovinz von 1837 hat alle Kommunen dazu verpflichtet, eine Pflichtfeuerwehr zu unterhalten. Es war die Absicht der Preußen, den Brandschutz durch feste Vorgaben zu reglementieren und zu überprüfen. Und genau diese Gängelung wollten die Gründer in Lebach nicht. Insofern hat sich dort 1869 neben der Pflichtfeuerwehr eine freiwillige Feuerwehr gebildet. Da die „Feuer-Ordnung“ in ihrem wesentlichen Kern bis 1898 gültig war, gab es also plötzlich zwei Feuerwehren am Ort. Beide haben sich – so vermuten die Autoren – das „Spritzenhaus“ und die „Spritzenremise“, wie es im Gründungsdokument heißt, zwischen der Tholeyer- und der Triererstraße geteilt. Beide Feuerwehren griffen wohl auch auf das gleiche Material zu und es gab vermutlich personelle Querverbindungen zwischen der Pflichtfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr.

Gründungsurkunde von allen Mitgliedern unterzeichnet

Gut nur, dass der preußische Staat Zug um Zug erkannt hat, dass mit einer Pflichtfeuerwehr auf Dauer eben kein Staat zu machen ist. Er hat das Wahlprinzip der Freiwilligen letztlich anerkannt. Das ist erstaunlich, da der Obrigkeitsstaat Preußen alles von oben nach unten organisiert hat. Den 83 Gründern war die Freiwilligkeit aber so wichtig, dass alle Gründungsmitglieder die Urkunde unterzeichnet und in einem Rhythmus von drei Jahren immer wieder mit ihrer Unterschrift bekräftigt haben.

Auf Initiative des Kreisfeuerwehrverbandes wurde 1907 ein „Grundgesetz für die anerkannte Freiwillige Feuerwehr“ veröffentlicht. Ein Pflichtenkatalog, der erfüllt sein musste, um als „freiwillige Feuerwehr“ offiziell anerkannt zu werden. Dieser Pflichtenkatalog gilt bis heute. Auf dieser Basis konnte der Regierungspräsident der Rheinprovinz in Trier 1908 die Lebacher Wehr als „freiwillige Feuerwehr“ anerkennen. Seit diesem Zeitpunkt ist der Bürgermeister „Chef der Wehr“, wie es ab da in den Quellen heißt. Die Gründungsurkunde hat jedoch kein Bürgermeister unterschrieben.red./vw

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