1 200 Euro für jede Kneipe in Wadgassen

Gemeinde überbringt Kneipen-Rettungsscheck für die nächste Durststrecke

Wadgassen. Den Kneipen in Wadgassen geht es schlecht. Trotz der kurzzeitigen Lockerungen im Rahmen des Saarland-Modells, stehen viele Gastwirte finanziell mit dem Rücken zur Wand. Laufende Kosten müssen bezahlt und Kredite getilgt ­werden.

Die Einnahmen bleiben weiter aus oder sind so geringfügig, dass es kaum eine Rolle spielt. Im Spätsommer des letzten Jahres hat die Gemeinde Wadgassen deswegen den Kneipenrettungsfond ins Leben gerufen.

Aufruf an die Gemeinschaft

„Wir in der Gemeinde Wadgassen begreifen uns als Gemeinschaft“, betont Bürgermeister Sebastian Greiber. „Deswegen haben wir bereits im vergangenen Jahr zu Spenden für unsere örtlichen Kneipen aufgerufen.“ Dabei kamen schlussendlich insgesamt rund 8 400 Euro zusammen. Die Spender kamen aus sehr unterschiedlichen Bereichen. „Wir hatten beispielsweise einen Zusammenschluss unserer lokalen Handwerksbetriebe, die auf einen Schlag eine große Summe gespendet hatten“, erklärt Katja Zwirner, zuständige Leiterin für den Bereich Wirtschaftsförderung in der Gemeinde. „Dazu kamen private Spenden aus der Bevölkerung sowie eine erhebliche Summe von der Marienapotheke in Wadgassen, die unter anderem Ihre gesamten Einnahmen aus dem Verkauf von Schutzmasken gespendet hat.“

Prekäre Situation für die Inhaber

Die Spender erteilten der Gemeinde den Auftrag das Geld stellvertretend an alle bedürftigen Kneipen weiterzugeben. Bedacht wurden ausschließlich die Gaststätten, welche keine sonstigen Einnahmen durch beispielsweise Essensauslieferung oder sonstige Verkäufe generieren konnten. Die sieben Wirte zeigten sich bei der Scheckübergabe durchaus überrascht von der hohen Spende und dankten der Solidargemeinschaft. Für viele bedeutet der Scheck über je 1 200 Euro einen weiteren Monat des Überlebens und der Hoffnung, irgendwann doch wieder öffnen zu können. Bei einem vor Ort Besuch tauschte sich Bürgermeister Sebastian Greiber mit den Kneipeninhabern über die prekäre Situation aus. Viele der Inhaber hätten jetzt erst ihre Novemberhilfe erhalten oder würden aufgrund von bestimmten Regularien gar von einzelnen Bundeshilfen nicht berücksichtigt, berichtet Greiber.

„Für mich war schnell klar, dass wir hier auch kommunal aktiv werden müssen und zusätzliche Wege beschreiten müssen, damit es auch ein Leben nach der Pandemie noch gibt.“ red./jb

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