100 Jahre Turnsport in Breitfurt

Festliches Programm beim Jubiläumskommers der großen Turnfamilie

BREITFURT „Der Turnverein hat seit einem Jahrhundert das sportliche und kulturelle Leben in Breitfurt geprägt und bereichert“, damit fasste der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft in Breitfurt, Hubert Zickwolf, die Bedeutung des mit 440 Mitgliedern größten Ortsvereins zusammen. Ortsvorsteher Martin Moschel fügte hinzu, dass es der Vereinsführung immer wieder gelungen sei, neue Sparten turnerischer oder anderer sportlicher Betätigungen zu finden und sie in den Verein zu integrieren. Drei Tage wurde auf dem Schulhof gefeiert, zudem in der Halle noch mit Tischtennis und Volleyball auch die sportliche Komponente nicht vernachlässigt. Auch die Turn-Schaugruppe „Die Ottentaler“ erfreute die Gäste mit ihrem Auftritt. Zudem konnten sich einige Hobbymannschaften im „Spiel ohne Grenzen“ bei verschiedenen Disziplinen messen. Gemeinsam mit dem Turnverein feierte „Musikkultur im Bliesgau“ (MIB), eine Initiative von Joachim Forsch und Gerhard Thoni ihr zehnjähriges Bestehen. TV-Vorsitzender Max Sandmeier beleuchtete in seiner teilweise launigen Ansprache beim Festkommers die Geschichte und das vielfältige Tun der Gemeinschaft. So erinnerte er an die Gründung im Jahre 1919 und die ersten Turnstunden auf der Wiese und in einer Scheune auf selbst gebauten Turngeräten. 1943 sei der Spielmannszug gegründet und später um eine Jugendabteilung erweitert worden. Anfang der 1950er Jahren begeisterte der TV nach der Wiedergründung in Metzgers Saal viele Zuschauer mit seiner Turnriege. Danach folgte eine Frauenriege, die über viele Jahre von Hildegard Kipper geleitet wurde. Ihr männliches Pendant war lange Zeit Walter Forsch, genannt „de Alt“, aus dessen Riege mit Herbert Haas, Eckhard Brand, Walter Schmidt und Max Sandmeier vier spätere TV-Vorsitzende entsprangen. Anfang der 1970er Jahre wurde der Musikzug ins Leben gerufen, der heute noch als Blasorchester zum Traditionsverein gehört. Weiterhin wurden über Jahre hinweg Theatersketche, Fastnachtsbälle oder auch Kappensitzungen im „Sälche“ oder im Hasenheim abgehalten. Eine Gallionsfigur sei Kurt Seegmüller, der „Kappensitzenelferratspräsident“ gewesen. Mehrmals sei der Verein mit vielen Mitgliedern und Anhängern beim Deutschen Turnfest dabei gewesen, wie auch die Götzwanderungen des Turngaus Saarpfalz zum jährlichen „Pflichtprogramm“ gehören. Die jüngsten Sparten sind die Aerobic-, Volleyball-, Tischtennis- und die Ski-Abteilung.

Zusammenschluss zur Sportförderung

Innerhalb der turnerischen Sportförderung habe man sich schon vor zwölf Jahren gemeinsam mit den Turnvereinen in Böckweiler, Webenheim und Bliesdalheim zur TG Bliesgau zusammengeschlossen. Sandmeier kritisierte das „moderne Raubrittertum“ von Gema, durch die Lebensmittelvorschriften und der Datenschutzgrundverordnung, die die ehrenamtliche Arbeit zusehends torpedierten. So werde das Engagement für die Gemeinschaft enorm erschwert. Das Blasorchester des TVs unter der Leitung von Thomas Welsch begleitete den Festkommers musikalisch. Zahlreiche Ehrungen wurden vorgenommen. Darunter 65 Mal die bronzene und 31 Mal die silberne Vereins-Ehrennadel verliehen. Die goldene Ehrennadel erhielten Edith Barts, Helga Brand, Tina Buchheit, Walter Eifler, Sieglinde Haas, Bernd und Jochen Kipper, Alice Moschel, Gabriele Petri, Brigitte Schmidt, Adrian Schwarz, Hans Seegmüller, Kurt Weinland, Jörg Welker, Anette Wilhelm und Barbara Wolter. Zu neuen Ehrenmitgliedern wurden Eckhard Brand, Karl-Heinz Martin, Uschi Müller, Marliese Weber, Gerhard Weinland, Karl-Heinz Welsch, Reiner Freidinger und Klaus Lugenbiehl die entsprechenden Urkunden überreicht. Zudem erhielt Herbert Haas die Ernennung zum Ehrenwander- und –Turnfestwart. Hildegard Kipper wurde zur Ehrenübungsleiterin ernannt. red./ott

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