1:0 für die Kultur

Wie das Organisationsteam trotz der Pandemie das Saarklang Festival 2021 plant

SAARBRÜCKEN „Ist es nicht etwas leichtsinnig, zurzeit ein Festival zu organisieren?“ Diese und ähnliche Reaktionen erhalten die Mitglieder des Saarklang-Organisationsteams oft, wenn sie von ihrem Vorhaben erzählen. Dennoch sind sie der Meinung: Gerade jetzt ist es sinnvoll und wichtig, etwas für die Kultur zu tun.

Mit dieser Mission hat sich die Gruppe von elf Musikmanagementstudenten der Universität des Saarlandes zusammengetan und befindet sich bereits mitten in den Planungen für die kommende Festivalsaison 2021. Natürlich ist es keine einfache Aufgabe, unter den gegebenen Umständen ein coronakonformes Festivalkonzept zu entwickeln, weshalb Kreativität und Flexibilität die Hauptzutaten für eine gelingende Organisation sind. Kreativität ist das A und O bei der Erstellung eines Festivalkonzeptes, das für das Publikum interessant ist und dennoch an die Hygieneregelungen angepasst werden kann. Schließlich liegt dem Saarklang-Team die Gesundheit der Besucher genauso sehr am Herzen wie das Kulturschaffen in und für Saarbrücken. Die Studierenden haben ein flexibles Konzept entwickelt, das je nach aktuellen Bestimmungen anpassungsfähig bleibt. Das Grundprinzip des neuen Konzeptes ist die Entzerrung des Festivals: Während in den vergangenen Jahren die Saarklang-Veranstaltungen auf ein einziges Wochenende beschränkt waren, werden die verschiedenen Konzerte und Workshops unterschiedlicher Musikrichtungen diesmal auf mehrere Wochenenden aufgeteilt. So wird es einen Klassikabend, einen Jazzabend und einen Pop/ Rock-Tag geben. Durch diese Aufteilung kann einerseits der Zuschauerstrom besser kontrolliert werden und andererseits bleiben im jeweils kleineren Veranstaltungsrahmen genügend Kapazitäten frei, um entsprechend geltende Hygieneanforderungen umzusetzen und für alle Beteiligten ein sicheres Festival zu bieten. Damit aufgrund der begrenzten Zuschauerzahl niemand leer ausgehen muss, sind zudem Livestreams der jeweiligen Konzertabende vorge­sehen! Die aktuellen Restriktionen haben nicht nur Auswirkungen auf das neue Gesamtkonzept des Festivals, sondern auch auf die Art und Weise der Zusammenarbeit im Team. Unter „normalen“ Umständen säße die Gruppe gemeinsam in ihrem Seminarraum an der Universität, um Ideen zu diskutieren und sich gegenseitig auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen. Das ist im Moment leider nicht möglich, aber dennoch lässt sich das Festivalteam dadurch nicht unterkriegen. Wie genau sieht eine gewöhnliche Planungs-Session also im Moment aus? Die Studenten machen sich die Vorteile des digitalen Zeitalters zunutze und halten den Großteil ihrer Treffen virtuell via Videokonferenz ab. Selbstverständlich ist das nicht vergleichbar mit einem Treffen in ihrem Seminarraum, bei dem sie sich gegenseitig über die Schulter schauen können, jedoch lässt es sich auch online effektiv arbeiten.

Neben ihrem wöchentlichen Treffen mit der gesamten Gruppe diskutieren sie auch regelmäßig Ideen in kleineren Teams mit verschiedenen Zuständigkeiten. Da man bei solch kleinteiliger Arbeit, bei der jeder Einzelne eine andere Aufgabe übernimmt, schnell mal den Überblick verliert, tragen sie die Ergebnisse und Ideen auf einer Onlineplattform zusammen und können so immer auf dem neuesten Stand ihrer Teamkollegen bleiben. Auch wenn es teilweise anstrengend und gewagt scheint, gegenwärtig ein solch großes Projekt wie das Saarklang Festival 2021 zu planen und der Prozess durch die Online-Organisation oft mühsam ist, setzt sich das Team mit voller Kraft dafür ein, den Umständen Stand zu halten und ein gelungenes Festival auf die Beine zu stellen, um ein Zeichen für eine starke Kulturszene im Saarland zu setzen und den Mut zur Kultur in solch schwierigen Zeiten zu stärken. Wie genau das Saarklang 2021 aussehen wird, bleibt abzuwarten, denn mit den sich ändernden Bestimmungen muss auch das Saarklang-Konzept immer und immer wieder angepasst werden. red./jb

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