Strafanzeige wegen Störung der Totenruhe

auf der Saarbrücker Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm

Édouard Manets Gemälde „Das Frühstück im Grünen“ ist weltbekannt. Es nachzuspielen, sollte man zumindest auf einer Gedenkstätte wie der des ehemaligen Saarbrücker Gestapo-Lagers Neue Bremm unterlassen. Besucher der gestrigen Gedenkfeier zur Erinnerung an hunderttausende ermordeter Sinti und Roma-Häftlinge empörten sich zurecht über die Hinterlassenschaften einer Nacht. Unbekannte ließen Getränkeflaschen, Dessous, Handtücher und weitere in einem Kunstwerk deponierte Kleidungsstücke auf dem Gelände des ehemaligen Männerlagers zurück. Für die Initiative Neue Bremm sind hier die Würde des Erinnerungsortes wie die Totenruhe missachtet worden. Der Historiker Dr. Burkhard Jellonnek hat seitens der Initiative Strafanzeige erstattet. „Das sind wir den knapp 20.000 Opfern und ihren Hinterbliebenen schuldig“, erklärte Burkhard Jellonnek. Das Gestapo-Lager Neue Bremm war von 1943 bis Ende 1944 ein Durchgangslager für männliche wie weibliche Häftlinge aus ganz Europa und ein Ort entsetzlicher Qualen. Nachweislich 82 Todesfälle sind dokumentiert.

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