ZWEIBRÜCKEN Die Aufgabenstellung für den Förderverein Kulturgut Zweibrücker Pferd hat sich mit der Ansiedlung des Bürgerfonds „Unser Landgestüt“ deutlich erweitert. „Es ist eine Ehre für uns und ein Vertrauensbeweis, dass der Verein den Fonds verwaltet und die Gelder zweckgebunden investiert“, betonte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Fritz Presl. Er leitete die Jahreshauptversammlung des gemeinnützigen Vereins im Landgestüt in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden Christian Jochum.

Im Mittelpunkt standen daher eine Anpassung des Vereinsnamens an die neue Aufgabenstellung sowie Neuwahlen. Der mit dem Amtsgericht abgeklärte Vorschlag des Vorstands, den Namen in „Förderverein Kulturgut Landgestüt Zweibrücken“ zu wandeln, wurde von den 16 Anwesenden einstimmig mit Begeisterung aufgenommen. „Es gibt viele andere Pferderassengruppen, denen das Landgestüt am Herzen liegt und die es tatkräftig unterstützen“, bestätigte Kurt Diehl, langjähriger Vorsitzender der Rassegruppe Islandpferd.

Mit der neuen Wahlperiode für drei Jahre stellt der Verein seinen Vorstand zudem auf neue Kompetenzen. Einstimmig wurde Jan Mohr zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 34-jährige Notar in Zweibrücken betonte bei seiner Vorstellung: „Das Landgestüt mitten in der Stadt ist etwas ganz Besonderes. Das gilt es, unbedingt zu fördern und zu erhalten.“ Ähnlich sieht das Engelbert Bikowski. Der Neu-Zweibrücker ist, wie Mohr, kein ausgesprochener Pferdemann, doch so begeistert vom Landgestüt, dass er Geschäftsführerin Maren Müller in Teilzeit im Büro unterstützt. Damit sowohl die Kasse als auch die Schriftführung künftig dort gebündelt sind, übernimmt er als neu gewähltes Vorstandsmitglied diese Aufgabe von Cordula-Irene v. Waldow. Fritz Presl wurde in seinem Amt ebenso einstimmig bestätigt wie Urgestein Edgar Steiger als bedeutender Netzwerker. Der ehemalige Gestütsleiter, Alexander Kölsch, unterstützt als Vorstandsmitglied weiterhin mit seiner Erfahrung und seinen Kontakten. Conni Götsch, Vorsitzende des Trakehnerverbands Rheinland-Pfalz-Saar-Luxemburg, übernimmt als geborenes Vorstandsmitglied den Part von Wilfried Schunck für den Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar (PZVRLPS).

Auch Gestütsleiterin Maren Müller stellte sich der Versammlung noch einmal kurz vor. Sie berichtete von der Vielzahl der nahezu wöchentlichen Veranstaltungen sowie den Aktivitäten für den Bürgerfonds: die Teilnahme mit einem Getränkestand am Stadtfest sowie Tombola-Aktionen bei der Großen Pferdegala und dem gelungenen Tag der offenen Tür. Zudem warb sie für die neue Klassik-Pferde-Gala am 6. Oktober. Für 2020 seien neben den wiederkehrenden Traditionsveranstaltungen allein acht neue Springveranstaltungen geplant. Die erfolgreiche Kombination aus Zucht und Sport, die immer neue Interessierte ins Landgestüt lockt, wird fortgesetzt. Für den mit mindestens 100000 Euro in drei Jahren angesetzten Bürgerfonds sind bereits 33000 Euro aus 90 Spenden eingegangen. „Etwa der gleiche Betrag ist bereits zugesagt“, informierte Kölsch, der die Kassenführung künftig an die Gestütsleiterin abgibt.

Bürgerfonds

Jan Mohr skizzierte die neuen Vorstandsaufgaben: Die Satzung soll gemäß der erweiterten Aufgabenstellung überarbeitet werden. Es mache Sinn, dass nicht der Kulturdezernent, sondern der Leiter des Stiftungsbeirats als geborenes Mitglied der Stadt fungiere. Zudem gilt es, die Beteiligung am Bürgerfonds nach dem Anfangserfolg mit Aktionen für die breite Öffentlichkeit attraktiv zu halten. Maren Müller kündigte eine Beteiligung an der Eröffnung des rheinland-pfälzischen Kultursommers 2020 in Zweibrücken an. Andreas Michel, Vorsitzender von Gemeinsamhandel Zweibrücken, bot eine enge Kooperation mit der Händler- und Werbegemeinschaft an.

Der neue Vorstand von „Förderverein Kulturgut Landgestüt Zweibrücken“: 1. Jan Mohr, 2. Fritz Presl, Alexander Kölsch, Edgar Steiger, Engelbert Bikowski (Schriftführung), als geborene Mitglieder Landgestüt-Geschäftsführerin Maren Müller, Conni Götsch (PZVRLPS), Kulturdezernent Henno Pirmann, Ehrenmitglieder Sybille Weber, Eugen Roth, Klaus Lehmann. cvw

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