Pionierarbeit für die Zukunft der Familien Pirmasens, 18. Februar 2021. Heute nimmt das „Familienzentrum Aufwind“ in der Pirmasenser Klosterstraße 9a seine Arbeit auf. Zentral verortet und über ein eng verzahntes Partnernetzwerk breit aufgestellt, will die Einrichtung Familien und Bürgern den Zugang zu individuellen Hilfsangeboten und Unterstützungen erleichtern. Gleichzeitig sollen in der westpfälzischen Stadt die Angebote verschiedener Behörden passgenau gebündelt sowie Jugendliche bei deren Einstieg in die Berufswelt gefördert werden. Das städtische Team im neu gegründeten „Familienzentrum Aufwind“ arbeitet hierfür mit Netzwerkpartnern aus Arbeitsagentur, Jobcenter, der Schuldnerberatung sowie dem Amt für Jugend und Soziales zusammen. Dabei kann der Impuls zur konkreten Hilfestellung auf allen Seiten entstehen. Die ressortübergreifende Sichtweise bringt daraufhin je nach Problemstellung alle relevanten Akteure an einen Tisch und eröffnet somit ganzheitliche Lösungsansätze. Im Ergebnis kann den Betroffenen noch gezielter als bisher geholfen werden. Das Rheinland-Pfalz-weite Modellprojekt dient erneut als Blaupause für andere Kommunen mit vergleichbaren soziodemografischen Gegebenheiten und Problemstellungen. Damit steht das „Familienzentrum Aufwind“ in einer Reihe etwa mit dem Pakt für Pirmasens zur Förderung der Entwicklungs- und Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen, der städtischen Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen oder auch dem hiesigen Seniorennetzwerk. Das „Familienzentrum Aufwind“ setzt sich derzeit aus drei städtischen Mitarbeiterinnen und einem Mitarbeiter des Jobcenters/IB zusammen. Die Bildungswissenschaftlerin (M. A.) Veronique Wenzel fungiert als Koordinatorin. Ihre Stelle wird über das Projekt „Jugend aktiv plus“ (JBAplus) vom Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie dem Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz gefördert. Die Finanzierung der darüber hinaus im Team tätigen Jugendscouts Charlotte Zwick und Christine Klinger erfolgt neben der Förderung gleichen Ursprungs auch über einen städtischen Eigenanteil. Die Stelle des ebenfalls engagierten Jugendcoachs Niels Willeke-Forseth wird durch das Jobcenter nach Richtlinien des § 16h SGB II gefördert. Eine weitere Kraft soll hinzukommen und die familienzentrierte Arbeit in den Familien unterstützen. Vernetzte Herangehensweise für individuelle Beratungen Das „Familienzentrum Aufwind“ bietet den betroffenen Familien seine unkomplizierte und maßgeschneiderte Unterstützung aktiv an. Der Anstoß zu den Hilfeleistungen kann jederzeit auch von den Netzwerkpartnern kommen. Für einen betont niederschwelligen Zugang zu den Angeboten sorgen zudem die Quartiermanagements in den Stadtteilen Winzler Viertel und Horeb. Ganz nach Problemlage geht das Team auf die zielführend erforderlichen Netzwerkpartner zu und holt sie mit ins Boot. So entstehen bedarfsgerecht zusammengestellte Fallkonferenzen, in denen die Akteure insbesondere aus Arbeitsagentur, Jobcenter, Schuldnerberatung sowie Jugend- und Sozialamt die bestmögliche Hilfeleistung erarbeiten. Im „Familienzentrum Aufwind“ werden die laufenden Projekte durchgängig begleitet, evaluiert und dokumentiert. Gemeinsam mit allen Beteiligten schließen sich regelmäßig auch Erfolgskontrollen an, um die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen zu hinterfragen. Dieses betont kooperative Vorgehen unterscheidet sich von der herkömmlichen „versäulten“ Arbeitsweise der jeweils zuständigen Behörden, wo eine Anlaufstelle nicht immer die Maßnahmen der anderen kennt. Frühzeitig unterstützen und soziales Abdriften vermeiden Für Markus Zwick, Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens, wird eine Herzensangelegenheit zur Realität: „Trotz zahlreicher Angebote kommen die Hilfen oft leider nicht bei den Familien an – dabei werden sie unbedingt benötigt, gerade um prekäre Lebenssituationen aufzubrechen und dadurch dem Verfestigen sozialer Schieflagen entgegenzuwirken.“ Über das „Familienzentrum Aufwind“ wolle man daher den betroffenen Familien in Pirmasens künftig noch besser unter die Arme greifen, indem man ihnen Zugang zu Hilfen und Unterstützungen verschafft und die Angebote verschiedener Seiten passgenau für sie bündelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Jugendlichen beim Einstieg in die Berufswelt. „Schließlich stellt die Schwelle zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung ein besonders wichtiges Momentum dar“, so Markus Zwick. „Hier befinden sich die jungen Leute sozusagen am Scheideweg von sozialer Integration und selbstbestimmtem Leben oder gesellschaftlichem Randdasein in Abhängigkeit von Sozialhilfe.“

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