„Es war einmal ein lauer Sommerabend im August ...“, so oder so ähnlich fangen für gewöhnlich Märchen an und deshalb ist es auch kein Zufall, dass die Geschichte „Der Zauber des wilden Gartens“ genau so beginnt. Und wie häufiger bei solchen Geschichten dreht sich die Handlung um eine junge Dame, hier genauer als „ungeduldiges Fräulein“ beschrieben, das wieder einmal unterwegs ist mit seinem Seelenhund. Und wie das so ist, wenn man ein waches Auge für die Dinge links und rechts des Weges hat, begegnet man bisweilen manch Unerwartetem und der Tag wird zu einem ganz besonderen. So ergeht es auch dem ungeduldigen Fräulein – fast hätte die junge Dame die Raupe, die da am Wegesrand krabbelt, gar nicht wahrgenommen.

„Ich werde der Natur ab heute helfen!“

Spätestens jetzt sind die Leser mittendrin in dieser zauberhaften Geschichte, die sich so tatsächlich abgespielt hat. Und wie im Märchen findet auch diese Geschichte ein gutes Ende: Das ungeduldige Fräulein hilft der Raupe und nimmt sie mit, damit sie geschützt aufwachsen und sich verpuppen kann. Und als ein wunderbarer Schmetterling schlüpft, entlässt das Fräulein, das längst schon nicht mehr ungeduldig ist, diesen in seine Freiheit. Und verspricht, fast berstend vor Glück: „Mein lieber Schmetterling, ich werde der Natur ab heute helfen! Ich werde viel lernen und künftig mit all meiner Kraft dafür kämpfen, dass euer Leben leichter wird und deine Kinder eine Zukunft haben.“

So hat sich die Geschichte abgespielt und so ist sie auch niedergeschrieben. „Der Zauber des wilden Gartens“ ist ein wundervolles Kinderbuch geworden, zu dem Julia Keller den Text verfasst und Conny Würtz liebevolle Illustrationen geschaffen hat. Aus einem Versprechen ist ein Büchlein entstanden, das lehrreich ist und unterhält, das ein Wunder der Natur erklärt und Kinder animiert, der Natur im eigenen Garten mehr Raum zu ­geben. Und an dieser Stelle sind natürlich auch alle ­„Großen“ - Mütter, Väter, Großeltern … - dazu aufgerufen mitzuhelfen, damit die Erde ein klein wenig ­lebenswerter wird. Artenvielfalt fängt vor der eigenen Haustür an, wenn die Natur sich entfalten kann und nicht von Schottergärten und versiegelten Flächen überdeckt und verdrängt wird.

Text von Julia Keller und Illustrationen von Conny Würtz

Dass sich Julia Keller längst im Hier und Jetzt ihren eigenen „Hortus papilionum“, einen „Garten der Schmetterlinge“, geschaffen hat, ist Teil dieser schönen Geschichte. Wie die Illustratorin Conny Würtz ist auch sie im Ottweiler Stadtteil Steinbach zu Hause. Für Conny Würtz war es eine besondere Herausforderung, die Szenen in Aquarellen zu Papier zu bringen, die gleichermaßen authentisch wie phantasievoll sein sollten. Doch die passionierte Hobbymalerin, die als Mediengestalterin bei der Saarbrücker Firma TypoServ arbeitet, hat Erfahrung und Referenzen als Grafikerin – schließlich hat sie im Wochenspiegel-Auftrag 2019 für das Nikolaus-Postamt im saarländischen St. Nikolaus die humorvollen Wichtel-Motive gezeichnet, die auf Umschlägen, Briefpapier, Karten, Briefmarke und Stempel reproduziert wurden und die so ihren Weg zu den Kindern in ­vieler Herren Länder gefunden haben.

Erlös fließt vollständig in Lebensinsel-Projekte

Das Kinderbuch „Der Zauber des wilden Gartens“ ist als Non-Profit-Projekt entstanden. Der Erlös fließt vollumfänglich in die Projekte der „Lebensinseln“, eine Initia­tive des Hortus Netzwerks (https://hortus-netzwerk.de). Als ideale Ergänzung zum Kinderbuch empfehlen sich für erwachsene Leser die Lebensraum-Garten-Broschüren von Daniel Jakumeit. Die zwei­teiligen Minitipp-Broschüren enthalten jede Menge praktische Tipps für mehr Natur im Garten. Auf jeweils 24 Seiten werden 20 leicht um­zusetzende Projekte von Naturgarten­profis vorgestellt.

„Keiner kann die Welt alleine retten“, heißt es schließlich im 24-seitigen Kinderbuch „Der ­Zauber des ­wilden Gartens“. Aber wir alle können dabei mit­helfen, sie ein klein wenig lebens- und liebenswerter zu ­machen!