Zukunft hat längst begonnen

TV-Star Christian Kohlund als Verführer im Krimi „Die Netzwelt“

PIRMASENS Fernsehschauspieler Christian Kohlund (67, „Die Schwarzwaldklinik“) verkörpert in dem preisgekrönten Science-Fiction-Thriller „Die Netzwelt“ einen Domänen-Betreiber, der User zu Pädophilie und Kindermord verführt. Das Drama der US-Autorin Jennifer Haley ist am Samstag, 10. Februar, in einer Inszenierung der Hamburger Kammerspiele auf der Bühne der Pirmasenser Festhalle zu erleben.

Der Traum von der totalen Freiheit: The Nether, eine technisch optimierte Version des heutigen Internet, lockt mit unbegrenzten Möglichkeiten – eine virtuelle Welt, echter als die Wirklichkeit, in der die Kunden unter fremden Identitäten ihre geheimsten Wünsche wahr werden lassen können. Doch als die junge Ermittlerin Morris das „Hideaway” unter die Lupe nimmt – ein virtueller Club, der betrieben wird von dem Geschäftsmann Sims (Christian Kohlund) – offenbaren sich auch die Abgründe hinter der Fassade der perfekten Simulation: im „Hideaway” floriert das Geschäft mit des Menschen dunkelsten Fantasien, mit Sex und Gewalt.

Morris schickt den verdeckten Ermittler Woodnut (Björn Ahrens) ins „Hideaway” und betritt mit ihren Untersuchungen absolut Neuland. Denn die Fantasien, die Sims seine Kunden ausleben lässt, sind eigentlich keine Verbrechen – beruhen sie doch auf dem Einverständnis aller Beteiligten und bleiben ohne Konsequenzen in der realen Welt. Und auch ihr Spitzel Woodnut gerät immer tiefer in die nebulösen Machenschaften von The Nether. Als er der neunjährigen Iris begegnet, eines von Sims digitalen Geschöpfen, ist er fest entschlossen, das Mädchen aus dem Bannkreis seines geliebten Schöpfers zu befreien – mit fatalen Folgen.

„Die Netzwelt“, ist ein packendes Stück über Technologie und menschliches Begehren im anbrechenden virtuellen Zeitalter. Die Fragen, die es stellt, zielen unmittelbar auf die Fundamente unseres Rechts: Wessen Gesetz gilt im Internet? Wie real ist die virtuelle Welt? Was hat Vorrang: das Recht auf Privatsphäre oder die Notwendigkeit der Überwachung? An welchem Punkt wird aus der Kontrolle der intimsten Vorlieben Zensur? Das Ergebnis ist ein fesselnder Krimi, der alle moralischen Gewissheiten auf den Prüfstand stellt –und ein verstörender Blick in eine Zukunft, die längst begonnen hat.

Besetzung: Björn Ahrens, Marco Albrecht, Christian Kohlund, Kathrin Ost, Herbert Trattnigg u.a., Regie: Ralph Bridle, Ausstattung: Mascha Deneke.

Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr. Eintrittskarten (inklusive Garderobengebühr) gibt es zum Preis zwischen 9 und 20 Euro, ermäßigt zwischen 4,50 und zehn Euro, beim Kulturamt im Rathaus am Exerzierplatz. Tel. (06331) 842352; E-Mail kartenverkauf@pirmasens.de. Die Abendkasse ist am Veranstaltungstag ab 18 Uhr geöffnet. red./dos

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