Zudecken: Individualität gefragt

(akz-o) Jeder Mensch ist anders. Diese banale Erkenntnis macht auch vor dem Schlaf keine Ausnahme. Während der eine leicht friert, kommt der andere schnell ins Schwitzen. Manche klagen über kalte Füße und wieder andere über Temperaturwechsel. Tatsache ist: Wärmeempfinden, Transpiration, Bewegungsdrang, elektromagnetische Empfindlichkeit und Allergien sowie selbstverständlich das Kuschelbedürfnis – all dies ist individuell höchst unterschiedlich ausgeprägt. Nur einleuchtend, dass z. B. die gleiche Decke für Vater, Mutter, Sohn und Tochter wenig Sinn macht.
Leider sieht man einer Decke in der Regel nicht an, für wen sie besonders geeignet ist. Die Selbstbedienung ohne vorherige Fachberatung birgt deshalb das beträchtliche Risiko, anschließend mit einem unpassenden Modell nach Hause zu gehen.
Hinzu kommt: Weil sich der Körper des Menschen im Laufe der Jahre mehr oder weniger stark verändert, wandeln sich auch die Ansprüche an die eigene Decke. Dass jemandem von der Pubertät bis ins hohe Alter die gleiche Decke „passt“, ist eher die Ausnahme. Vor allem Frauen in den Wechseljahren brauchen oft eine andere Decke. Schlafforscher empfehlen deshalb, sich vor dem Kauf einer neuen Zudecke individuell vom Fachmann beraten zu lassen. Schließlich gibt es eine Vielzahl von Füllungen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Die Auswahl reicht von Federn und Daunen über Naturfasern wie Kamelhaar, Kaschmir oder Schafschurwolle bis zu Funktionsfasern, wie das von der Sportbekleidung bekannte Outlast.
Selbstverständlich gibt es auch bei den Füllungen qualitative Unterschiede, die auch die Preisdifferenzen erklären. Bedeutsam sind z. B. das Alter des Tieres und die Güte der Federn oder Haare. Denn Kaschmir ist nicht gleich Kaschmir und auch bei Federn sind die Qualitäten höchst unterschiedlich. Wer deshalb beim Kauf besonders sicher gehen will, kann sich seine Zudecke im Bettenfachhandel nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen füllen lassen. Dabei sucht man sich im Vorfeld aus verschiedenen Qualitäten die am besten geeignete Federn- oder Daunensorte aus und lässt sie dann vom Bettenhändler in einen passenden Bezug füllen. Mehr Individualität geht nicht.
Hüten sollte man sich dagegen vor dem Bettenkauf bei Kaffeefahrten und Verkaufspartys. Die Stiftung Warentest hat bei entsprechenden Testkäufen festgestellt, dass die dort angebotenen Decken bestenfalls von mittelmäßiger Qualität und maßlos überteuert waren. Und der vielfach versprochene Schutz vor Elektrosmog oder Krebserkrankungen war auch nicht nachweisbar.

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