Zeitreise durch die Saarpfalz-Gärten

Der ehemalige Englische Garten der Gebrüder Krämer beim St. Ingberter Eisenwerk

ST. INGBERT Zu einer ganz besonderen Zeitreise durch die Saarpfalz laden der VFG – Verein zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum e.V. und die Geschichtswerkstatt St. Ingbert am Sonntag, 15. Oktober, ein. Die Reise geht in einen der bedeutendsten Gärten mit Geschichte in unserer Region: den Englischen Garten der Gebrüder Krämer beim St. Ingberter Eisenwerk. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Tennisheim am Rentrischer Weg in Rentrisch. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Gerade im Herbst, wenn das Laubwerk der Bäume sich bunt einfärbt und gleichzeitig bereits schütter wird, zeigt sich der alte Landschaftsgarten von seiner prächtigsten Seite. Jetzt können die Besucher mit eigenen Augen sehen, was sich die Landschaftsarchitekten und Gartenbauer des frühen 19. Jahrhunderts vorstellten, als sie begannen ihre Gärten mit dem „Auge des Landschaftsmalers“ zu planen und nicht mehr mit dem Zeichenbrett des Architekten, wie es noch ihre Kollegen in der Barockzeit taten. „Das Malerische“ wurde zum Blickfang, ab sofort wirkten Farben, Gerüche, Lichtveränderungen und die dadurch ausgelösten „inneren Empfindsamkeiten der Seele“ auf die Lustwandelnden. Die Harmonie der Symmetrie, die Ordnung und „augenschmeichelnde Gepflegtheit“ des Barockgartens galten als „Alte Zöpfe vergangener Zeiten“. Alles sollte wirken, als sei es von der Natur in vollkommener Schönheit und Anmut geschaffen worden. Nirgendwo sollte die jätende Hand des Gärtners, die rodende Axt de Förster sichtbar werden.

Und gleichzeitig waren die neuen Gärten Kunstwerke, die eines immensen Pflegeaufwandes und einer generationenübergreifenden vorausschauenden Planung bedürfen. Wehe, wenn der Landschaftsgärtner nicht mehr eingreift, reguliert, inszeniert. Dann „greift Mutter Natur zum Pinsel“ und malt das gigantische Landschaftsbild nach eigenen Vorstellungen. So geschehen auch im Englischen Garten der Gebrüder Krämer, der seit gut einem Jahrhundert wieder zum Naturgarten wird. Im „Alten Park“ kann man bei sachkundiger Führung zwischen den Welten wandeln, kann die Spuren der „Landschaftsmalerei“ ebenso entdecken wie den Weg zurück zur Natur. Erschrecken bereiten die neuerdings zunehmenden Spuren von gleichgültigem und rücksichtslosem Umgang der Zeitgenossen und neuen Parkeigentümer mit einem großartigen Erbe. Es ist zu befürchten, dass in wenigen Jahren von dem ehemaligen Gartengemälde nur noch ein wurmstichiger Rahmen und etwas zerfetzte Leinwand überbleiben.

Weitere Infos gibt es bei Hans-Werner Krick, Tel. (06894) 384747 oder (0160) 91559174.

red./jj

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