Zehn Jahre Glasmuseum in Ludweiler

Zum Jubiläum freier Eintritt an den Sonntagen im November

LUDWEILER Das Glas- und Heimatmuseum Warndt in Ludweiler kann sein zehnjähriges Bestehen feiern. Zum Jubiläum ist der Eintritt an allen Sonntagen im November frei.

Das Museum ist jeweils von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Um 14.30 Uhr gibt es eine etwa einstündige Führung durch die beiden Ausstellungen.

Für das Publikum öffnete das Glas- und Heimatmuseum Warndt seine Türen am 1. November 2007. Der Oberbürgermeister von Völklingen lobte damals das neue Museum als eine wichtige Ergänzung zwischen dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte und den Bergwerksmuseen in Kleinrosseln (La Mine und Les Mineurs). Denn neben Kohle und Stahl war die Glasindustrie bis ins 20. Jahrhundert der drittwichtigste Industriezweig im Saarland.

Die Glasgeschichte des Landes nahm ihren Anfang in Ludweiler, wo 1616 die erste Glashütte in der Grafschaft Saarbrücken nachgewiesen ist. Zwölf Jahre nach der Ortsgründung von Ludweiler erhielt der Glasedelmann Jacques de Thietry aus Creutzwald die Erlaubnis, in Ludweiler eine Glashütte zu errichten. Diese ging in den Wirren des 30-jährigen Krieges unter.

In den folgenden 250 Jahren entstanden fast 20 Glashütten im Warndt und mehrere Gemeinden: Klarenthal, Karlsbrunn und Lauterbach- haben ihre Entstehung Glashütten zu verdanken.

Auch rechts der Saar entwickelte sich ab dem 18. Jahrhundert das Glashüttenwesen. Friedrichsthal, Sulzbach und St. Ingbert stehen für viele andere.

Das Ludweiler Museum zeigt seit zehn Jahren zwei Dauerausstellungen, die ganz bewusst das Pressglas der Gebrauchsglashütten von Völklingen-Fenne (1812 bis 1939) und Wadgassen (1843 bis 1985/2010) in den Vordergrund stellen.

Damit bildet das Museum eine wichtige Ergänzung zu den Glasmuseen in Lothringen und im Elsass, die andere Schwerpunkte setzen. Im ersten Obergeschoss präsentiert die Ausstellung „Glas auf den Tisch“ Glasprodukte aus der Zeit von 1880 bis 1940.

In spannenden Inszenierungen wird ein lebendiger Zusammenhang mit dem Leben unserer Groß- und Urgroßeltern aufgerufen, in dem auf Tischen Lebenssituationen nachgestellt werden.

Dazu haben die Museumsmacher bereits 2010 eine handliche Broschüre veröffentlicht mit tollen Fotografien von Hans Dieter Morche und weiterführenden Texten von Michael Jähne. Im Dachgeschoss erwartet die Besucher im „Schaudepot“ eine farbenprächtige Gläserschau, die in ihrer Strahlkraft und Vielfalt überrascht. Insgesamt umfassen die Ausstellungen etwa 600 Exponate.

Dazu gibt es Infosüber die Glasgeschichte, die Glasherstellung und die Verbreitung der Glashütten im heutigen Saarland. Besonders beliebt bei den Besuchern ist auch der Film über die Glasherstellung, der mit Hilfe des Regionalverbandes Saarbrücken in der lothringischen Glashütte Portieux 2010 gedreht werden konnte. red./am

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