Wissenswertes über den Theoretikerclub

Autorin Anja Janotta kommt bei ihrer Buchvorstellung in Saarlouis super rüber

SAARLOUIS Theoretisch können sie praktisch alles, die Nerds aus Anja Janottas „Theoretikerclub“. Im Theater am Ring stellte die Autorin ihr Kinderbuch im Rahmen von Spielstark persönlich vor – und ließ die Schülerinnen und Schüler die Freude am Buch dabei ganz praktisch erleben.

Sie schauen komische Filme, spielen Videospiele und lernen gerne.

Und – da nimmt eine Schülerin an diesem Vormittag im Studio des Theaters am Ring kein Blatt vor den Mund – nicht selten sind sie auch noch Klugscheißer: Nerds.

Gar nicht so schlecht passen die vielen Antworten, die Anja Janotta bekommt, als sie gleich zu Anfang fragt, was einen ebensolchen Nerd denn eigentlich ausmache.

Denn um diesen speziellen und spezialisierten Menschenschlag geht es auch in ihrem Kinderbuch „Der Theoretikerclub“, das die Autorin an diesem Vormittag auf vergnügliche Weise vorstellt.

„Theoretisch kann er praktisch alles“, beschreibt die 47-Jährige die Obertheoretiker und Helden der Geschichte. Praktisch sieht das dann leider meistens anders aus. So haben sich die Technik- und Tüftelfreaks etwa ein eigenes Baumhaus gebaut – auf dem Boden, weil das mit dem Baum zu schwierig war.

Und auch auf der selbstgebastelten Website samt Chat läuft nicht immer alles ganz rund. Gleichzeitig gibt es zudem noch die üblichen Probleme der Altersgruppe: Schule, Mädchen und die Jungs von der „Abteilung Draufhauen“.

Gleich mehrere Dinge machen die Lesung der Stadtbibliothek Saarlouis im Rahmen des Theaterfestivals Spielstark zu etwas Besonderem für die beiden Schülergruppen aus den vierten und fünften Klassen des Gymnasiums am Stadtgarten und der Grundschule Vogelsang.

Einmal ist da der lebendige Wechsel im Vortragsstil von Autorin Janotta: Mal erzählt sie locker über die Figuren und stellt kleine Quizfragen, dann liest sie aus dem Buch oder trägt vielstimmig die Chatprotokolle des Theoretikerclubs vor.

Dazu kommt das Identifikationspotenzial fürs junge Publikum: Da gibt’s die Nerds und Rowdys, Lateinunterricht und Liebeskummer, Veganer, Apps und Online-Videos. Vertraute Dinge eines Schülerlebens.

Zuletzt, und das ist wohl am wichtigsten, sind es aber auch die Geschichten hinter der Geschichte, die die Kinder begeistern. So erfahren sie aus erster Hand, wie ihre eigenen Kinder die Geschichten von Janotta beeinflussen, dass die reine Schreibarbeit rund vier bis fünf Monate beansprucht und dass es dann noch fast ein halbes Jahr dauert, bis das fertige Buch schließlich erscheint. Spielerisch erleben die Schüler an diesem Vormittag die Faszination Buch – theoretisch, praktisch aber auch. red./am

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