Willi Graf-Gedenkjahr: Auftakt am 2. Januar

Landeshauptstadt lädt zu zahlreichen Veranstaltungen ein

SAARBRÜCKEN 2018 gedenkt die Landeshauptstadt Saarbrücken ihres Ehrenbürgers Willi Graf mit zahlreichen Veranstaltungen. Anlass sind die Jahrestage seines 100. Geburtstages und 75. Todestages. Willi Graf lebte in seiner Kindheit und Jugend in Saarbrücken. Er war als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Mitglied der studentischen Gruppe „Die Weiße Rose“. Am 12. Oktober 1943 wurde Willi Graf in München hingerichtet.

Das offizielle Programm beginnt am Dienstag, 2. Januar, 15 Uhr, mit einer Szenischen Lesung in der Jugendkirche eli.ja. Anschließend findet um 17 Uhr ein Pontifikalamt mit dem Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann in der Basilika St. Johann statt. Am Dienstag, 13. März, wird die Landeshauptstadt Saarbrücken ein Porträt von Willi Graf im Rahmen einer Feierstunde enthüllen. Die Künstlerin Juliana Hümpfner wurde mit der Anfertigung des Gemäldes beauftragt. Ab März 2018 bietet das Kulturamt Führungen zum Leben von Willi Graf in Saarbrücken an.

Biografie

Willi Graf wurde am 2. Januar 1918 in Kuchenheim bei Euskirchen geboren. Zusammen mit seinen Eltern kam er als Kind 1922 nach Saarbrücken, besuchte hier auch die Schule und legte 1937 am Ludwigsgymnasium sein Abitur ab. Danach absolvierte er den Reichsarbeitsdienst in Dillingen/Saar und begann mit dem Medizinstudium in Bonn.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er als Sanitätssoldat eingesetzt. Zur Fortsetzung seines Medizinstudiums wurde er im April 1942 zu einer Studentenkompanie nach München abkommandiert. Hier schloss er sich der „Weißen Rose“ an, einer studentischen Widerstandsgruppe um Hans und Sophie Scholl und Alexander Schmorell, in der Hoffnung, die Grausamkeit des Krieges und der NS-Gewaltherrschaft vorzeitig beenden zu können. Nach dem Abwurf von Flugblättern am 18. Februar 1943 wurden zuerst Hans und Sophie Scholl verhaftet, am Abend des gleichen Tages auch Willi Graf und seine Schwester Anneliese. Nur vier Tage später wurden die Geschwister Scholl verurteilt und hingerichtet. Willi Graf wurde nach 250 Tagen in der Todeszelle des Gefängnisses München-Stadelheim am 12. Oktober 1943 mit dem Fallbeil enthauptet.

In Saarbrücken finden sich viele Hinweise auf Willi Graf. Nach ihm sind zwei Schulen benannt. In St. Johann trägt eine Straße seinen Namen. Seit September 2013 heißt die untere Berliner Promenade im Bereich von der Congresshalle bis zum Beginn des Stadens Willi-Graf-Ufer. Am Johannishof in der Mainzer-Straße, dem Ort, an dem er viele Jahre seiner Kindheit und Jugend verbrachte, wurde eine Gedenkplatte angebracht. Am 12. Oktober 2003 wurde Willi Graf posthum zum Saarbrücker Ehrenbürger ernannt. Seine durch Spenden finanzierte Büste befindet sich im Treppenaufgang des Rathauses St. Johann. 2010 wurde ein Film veröffentlicht, der sein Leben nachzeichnet: „Willi Graf – Zivilcourage und Widerstand“. Die Landeshauptstadt Saarbrücken pflegt sein Grab auf dem alten Friedhof St. Johann. Jedes Jahr wird an seinem Todestag dort ein Kranz mit weißen Rosen niedergelegt.

Die Landeshauptstadt erinnert im Gedenkjahr an Willi Grafs konsequentes und furchtloses Eintreten gegen den NS-Staat und seinen aktiven Widerstand gegen die NS-Diktatur. Auch die Willi-Graf-Schulen, das Dekanat Saarbrücken, die kath. Kirchengemeinde St. Johann, die Kirche der Jugend eli.ja, der Welt:raum am St. Johanner Markt und das Café Exodus widmen Willi Graf Veranstaltungen.

Weitere Infos: www.saarbruecken.de/willigraf. red./sh

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