„Weltpoet aus Sulzbach“

Filmvortrag über Ludwig Harig

SPIESEN Am Donnerstag, 23. November, 19 Uhr, wird im Sitzungssaal des Rathauses der Gemeinde Spiesen-Elversberg der Filmvortrag „Ludwig Harig, Weltpoet aus Sulzbach“ vorgestellt.

In einer Dokumentation veranschaulichen Prof. Dr. Karl Prümm (Buch und Regie) und Herbert Stang (Kamera, Ton und Schnitt) das Werk des 1927 in Sulzbach geborenen und dort lebenden Autors Ludwig Harig, der zu den herausragenden literarischen Vertretern seiner Generation gezählt wird, die so klangvolle Namen wie Günter Grass, Martin Walser, Siegfried Lenz und Hans Magnus Enzensberger aufzuweisen hat.

Im ersten Teil „Ludwig Harig – Weltpoet aus Sulzbach“ wird die Entwicklung des Autors von den experimentellen Anfängen in den 1950er Jahren bis hin zu seinen autobiografischen Romanen seit 1984 nachgezeichnet, mit denen er ein großes Publikum erreichte. Zahlreiche Ausschnitte aus Fernsehsendungen des Saarländischen Rundfunks, das Ludwig Harig stets sorgfältig und engagiert begleitet hat, ergeben eine fesselnde Chronik seiner literarischen Karriere.

Der Autor ist als mitreißender Rezitator seiner Texte und als leidenschaftlicher Erklärer seiner Poetik zu erleben, die um die Kernbegriffe „Spiel“ und „Experiment“ kreist. Darauf spielt auch der Begriff „Weltpoet“ an. Ein eigenes Kapitel ist den spezifischen Schreibtechniken gewidmet, die Harig seit frühester Jugend beständig verfeinert hat. Ausgewiesene Experten erläutern die Grundzüge des umfangreichen Werks, die Kontexte und die Wirkungen seines Schreibens.

Mit seiner Romantrilogie „Weh dem, der aus der Reihe tanzt“, „Ordnung ist das ganze Leben“ und „Wer mit den Wölfen heult“, hat Ludwig Harig seine eigene Geschichte und seine Verwicklungen in nationalsozialistisches Gedankengut literarisch verarbeitet. Bemerkenswert ist, dass er sich - im Gegensatz zu anderen Autoren - zu seinen Verstrickungen bekannt und sich der Erinnerungsarbeit ausgesetzt hat.

„Weh dem, der aus der Reihe tanzt“ ist in den saarländischen Schulen Pflichtlektüre im Abitur 2017 / 2018. Der zweite Teil des Harig-Projekts wird sich deshalb schwerpunktmäßig auch mit den historischen und biografischen Hintergründen des Romans beschäftigen.

Der Eintritt ist frei.red./eck

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