Waldzustandserhebung 2017

Kleiner Lichtblick: Die Waldschäden im Saarland sind leicht zurückgegangen

SAARBRÜCKEN Der Zustand des saarländischen Waldes hat sich seit 2010/2011 nicht verschlechtert. Im Vergleich zur Situation im vergangenen Jahr ist 2017 sogar eine leichte Verbesserung eingetreten – ein kleiner Lichtblick. Allerdings: „Seit Beginn der Waldschadensdiskussion ist heute ein deutlich höheres Schadniveau zu beobachten. Waren 1984 nahezu 70 Prozent der untersuchten Bäume ohne sichtbare Schäden, so sind es heute 29 Prozent. Die Verhältnisse haben sich umgekehrt“, stellt Umweltmi-nister Reinhold Jost bei der Vorstellung der Waldzustandserhebung 2017 fest.

Herausforderung Klimawandel

Ursache sei hier vor allem die Klimaveränderung, die dem Wald besonders zusetze. „Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Erhaltung unserer Wälder. Seit 1997 waren alle Vegetationsperioden im Vergleich zum langjährigen Mittel zu warm“, so der Minister. Die bereits im Sommer 2016 begonnene Folge trockener Monate hatte sich bis in den Juni 2017 fortgesetzt. Erst der Juli brachte ergiebige Niederschläge. Und im Frühjahr 2017 entstanden an Laubbäu-men verbreitet Schäden durch Spätfrost.

„Wir im Saarland sehen hier aber nicht tatenlos zu, sondern bereiten unsere Wälder auf den Klimawandel vor, so dass sie stabil genug sind, den Klimaschwankungen zu trotzen“, so Jost. Der SaarForst setze auf eine Mischung der Baumarten (wie z. B. die Eiche, der Ahorn, die Edelkastanie aber auch auf standortgerechte Nadelbaumarten wie Tanne und Douglasie), um so das Risiko für den Wald zu verringern. Jost: „In den kommenden Jahren pflanzen wir vermehrt klimaresistente Baumarten. Mit dem seit Jahren praktizierten Waldumbau haben wir das Risiko gesenkt und verfolgen das Ziel, den Wald dauerhaft zu erhalten.“

Aber nicht nur der Klimawandel allein ist für die Waldschäden verantwortlich. Minister Jost verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Belastung der Wälder durch Luftschadstoffe: „Zwar sind die Einträge an Schwefel und Schwermetallen deutlich zurückgegangen, doch die Säurebelastung übersteigt immer noch das Pufferpotenzial vieler Waldstandorte. Gegenmaßnahmen wie die Bodenschutzkalkung sind daher weiterhin notwendig. Auch die Stickstoffeinträge übersteigen nach wie vor die Schwellenwerte der Ökosystemverträglichkeit. Die Ozonspitzenwerte sind zwar zurückgegangen. Dennoch wirkt Ozon auch weiterhin waldschädigend.“

Der Zustand des Waldes im Saarland hat sich 2017 insgesamt leicht verbessert. Der Anteil der Bäume ohne sichtbare Schäden ist von 24 Prozent (2016) auf 29 Prozent ge-stiegen. Der Anteil an Bäumen mit deutlichen Schäden hat sich um drei Prozentpunkte auf 26 Prozent verringert.

Betrachtet man die einzelnen Baumarten, so verlief die Entwicklung jedoch unterschiedlich.

Als Indikator für die Waldgesundheit gelten die im forstlichen Umweltmonitoring untersuchten Nadel- und Blattverluste. Auch dieses Jahr haben Experten der For-schungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt in Kooperation mit dem SaarForst Landesbetrieb die umfangreichen wissenschaftlichen Daten über den Gesundheitszustand des saarländischen Waldes erhoben.

Im Internet

Den vollständigen Waldzustandsbericht 2017 finden Interessierte im Internet unter www.saarland.de/waldzustandsbericht.htm. red./sb

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