Wählen wie die Großen

Juniorwahl zur Bundestagswahl in der Gemeinschaftsschule Marpingen

MARPINGEN Die Wahlbeteiligung lag bei rund 95%. Und damit weitaus höher, als sie bei der kommenden Bundestagswahl zu erwarten ist. Die 198 Schülerinnen und Schüler der beteiligten Klassen setzten damit eindrucksvoll ein Zeichen gegen Wahlmüdigkeit und Politikverdrossenheit. Die Teilnahme der Gemeinschaftsschule Marpingen an der Juniorwahl mobilisierte die künftigen Wählerinnen und Wähler und initiierte engagierte und kontroverse Debatten aktueller politischer Themen – und das nicht nur vor dem eigentlichen Wahlgang: Sollen die erneuerbaren Energien weiterhin gefördert werden? Wie kann Deutschland die Integration der Neubürger und Bürgerkriegsflüchtlinge gelingen? Was tun zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland? Wie soll die Europäische Union künftig organisiert sein? Dies sind nur einige der Politikbereiche, mit denen sich die Marpinger Schülerinnen und Schüler vor der Wahl auseinandersetzten. Dabei wurden die Positionen der zur Wahl stehenden Parteien auf Herz und Nieren überprüft.

Die Juniorwahl wird bundesweit in teilnehmenden Schulen durchgeführt und ermöglicht zeitnah einen Einblick der jungen Menschen in den Ablauf und die Organisation der offiziellen Bundestagswahl. Es werden Wahlvorstände gebildet, die das Wählerverzeichnis führen und über den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl wachen, die natürlich wie im richtigen Leben geheim in Wahlkabinen stattfindet. Wahlbenachrichtigungen nach offiziellem Vorbild erlauben die Kontrolle des Wahlganges. Der Juniorwahlschein ist mit den zwei Stimmen auch nach dem offiziellen Bundestagswahlschein des jeweiligen Wahlkreises gestaltet. So fanden die Juniorwähler in Marpingen hierauf auch die Kandidaten und Parteien, die sich im Wahlkreis 298 St. Wendel zur Wahl stellen werden und die ihnen durch die örtlichen Wahlplakate auch bekannt sind.

Acht Klassen und Kurse ab der Stufe 10 der Marpinger Schule nahmen in diesem Jahr vom 11.-15. September teil. Die jungen Teilnehmer waren mit großer Ernsthaftigkeit bei der Sache. Ermöglicht doch die Auszählung einen Einblick in die politische Stimmung ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler vor Ort. Die öffentliche Auszählung erfolgte nun am Freitag um 10.00 Uhr durch die Klasse 11a. Das Ergebnis wurde sofort an das Juniorwahlbüro übermittelt, wird aber erst nach der Bundestagswahl veröffentlicht. So werden die Marpinger Schülerinnen und Schüler am Montag nach der Bundestagswahl nicht nur wissen, welche Parteien künftig die Bundesregierung bilden können. Auch ihre eigene Wahlentscheidung wird in der Schule aushängen und sicher wieder zu der einen und anderen Diskussion führen. Und das ist auch gut so – denn die Demokratie lebt davon, dass sich gerade junge Menschen für politische Entscheidungen interessieren, Vorschläge für die Gestaltung der Zukunft debattieren und selbst kreative Lösungen entwickeln. Mit der Juniorwahl in Marpingen wurde hierfür eine großartige Plattform geboten und angenommen.

 

Unser Leserreporter Markus Mörsdorf aus Marpingen

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