Traditionelles Rummelschnitzen

MERCHWEILER Der Herbst hat Einzug gehalten und die Tage werden schnell kürzer. Die Nacht ist dunkel und voller Schrecken, aber ein flackerndes Licht vor der Tür erwärmt das Herz beim Nachhausekommen.

Der vermeintlich neumodische Halloween-Brauch, ausgehölte Kürbisse mit Gesichtern zu versehen, geht auf europäische Traditionen zurück, die vor allem irische Siedler mit über den großen Teich nahmen und die jetzt wieder ihren Weg zurück in die alte Welt finden. Aber man muss gar nicht so weit in die Ferne blicken: die Herbst-Dekoration mit brennenden Laternen (Rummelbootze = Rübengeister) vor der Tür ist eine ursaarländische Tradition! Der Brauch hat seinen Ursprung in der Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg. Aufgrund von Nahrungsknappheit entwendeten die Kinder Futterrüben von den Feldern, um mit der Familie eine Rübensuppe genießen zu können. Aus den ausgehöhlten Rüben wurden Laternen gebastelt, mit denen die Kinder von Haus zu Haus zogen, um um Essen zu betteln. Eine zufällige Parallele zu der heutigen Süßigkeiten-Sammlung zu Halloween. Aus der anfänglichen Not erwuchs der Brauch des Rummelschnitzens, der bis in die 1950er Jahre so manches Kinderherz im Herbst erhellte. Mit dem Rückgang des Futterrüben-Anbaus ging diese Tradition fast verloren, aber nur fast... Der Obst- und Gartenbauverein Merchweiler hat in den letzten Jahren so manche Kinder- und Rummel-Augen zum Leuchten gebracht und lädt auch in diesem Jahr wieder zum traditionellen Familien-Rummelschnitzen am Sonntag, 15. Oktober von 11-15.30 Uhr in der Kelteranlage, Peter-Wust-Str. 46. Zur besseren wird um Voranmeldung bis 12.10. gebeten (Vivienne Willnecker: 0173-3039240 oder vivienne.willnecker@ogv-merchweiler.de). Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Unser Leserreporter Björn Diehl aus Merchweiler

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