Töpfereistandort Krughütte

Krughütter Funde werden wissenschaftlich aufgearbei

KRUGHÜTTE Die Werkstattabfälle Krughütter Steinzeugtöpfer sind von wissenschaftlichem Interesse: Der Name von Krughütte macht bereits deutlich, dass in diesem Klarenthaler Ortsteil früher Krugbäckereien aktiv waren. Grau-blaues, bei hohen Temperaturen gebranntes Steinzeug wurde dort im 18. und frühen 19. Jahrhundert hergestellt, so zum Beispiel Töpfe, Krüge, Kannen, Schalen, Schreibzeuge und Brunnenwasserröhren. Typisch für die Töpferfamilien sind deren regionale und überregionale Wanderungsbewegungen. So wurde die Archäologin und Töpferei-Expertin Dr. Eva Blanc aus dem baden-württembergischen Neulussheim auf Krughütte aufmerksam. Bei ihren Recherchen zur Steinzeug-Produktion in Baden-Württemberg hat sie festgestellt, dass dort auch mehrere Krugbäcker aus Krughütte tätig waren.

Im Jahr 2004 hatte der Heimatkundliche Verein Gersweiler-Ottenhausen eine Aus-grabung in der Abwurfhalde einer ehemaligen Töpferei in der Friedrichstraße in Krughütte durchgeführt. Unter Leitung der Archäologin Bärbel Fecht konnten viele Teile von dort hergestellten Tonwaren gefunden werden. Einige Krüge waren fast vollständig erhalten oder konnten mit Hilfe von Bruchstücken zusammengesetzt werden. In vielen Kisten wurden akribisch auch kleinste Fragmente vom Verein und dessen ehrenamtlich tätigen Helfern geborgen. Für Dr. Blanc ergibt sich hieraus eine reichhaltige Informationsquelle. Sie selbst befasst sich mit der Produktion von Steinzeug Westerwälder Art in Baden-Württemberg. Dabei hat sie auch Töpfereiabfälle der Steinkrugfabrik in Oppenau (1824-1878/1880) und der Steingeschirrfabrik in Rotenfels (1801-1816) auswerten und publizieren können.

Die Krughütter Funde werden nun in Absprache mit dem Heimatkundlichen Verein von Eva Blanc erneut aufgearbeitet und mit den Ergebnissen ihrer Forschungen abgeglichen. „Ich gehe davon aus, dass wir neue Hinweise zur wirtschafts- und kunsthistorischen Bedeutung des Töpfereistandorts Krughütte erhalten werden. Frau Dr. Blanc wird uns diese Erkenntnisse zur Verfügung stellen“, so der HKV-Vorsitzende Volker Arnold. Danach wird der Verein entscheiden, wie diese der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. red./sh

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