Texte und Musik von Martin Luther

In der Illipse sind bekannte Lieder aus der Feder Luthers zu hören – Peter Kleiß rezitiert

ILLINGEN Am Reformationstag, am Dienstag, 31. Oktober, sind in der Illipse ab 19:30 Uhr Texte und Musik der Lutherzeit mit dem Madrigalchor Illingen, dem Ensemble Dolce Suono und dem Rezitator Peter Kleiß zu hören.

„Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich.“ Dieses Zitat Luthers spiegelt seine Einschätzung und überaus positive Haltung zur Musik wider. In einem Block von europäischen Madrigalen und Liedern der Zeit versucht der Madrigalchor Illingen die wohltuende Wirkung der Musik dem Zuhörer spürbar zu machen. Darüber hinaus sind sie ein tönendes Zeugnis der Zeitumstände des Reformators.

Ein besonderes Verhältnis zum Lied zeigt sich auch im kreativen Umgang mit der damals eher stiefmütterlich behandelten Gattung. Der Augustiner Luther (Wer singt betet doppelt: Augustinus) schreibt Texte, aber auch Melodien, übernimmt Bekanntes und macht es durch die Verwendung der deutschen Sprache und einer eher volkstümlichen Umsetzung bei seinen eigenen Kompositionen dem „einfachen“ Menschen möglich, das Ergebnis zu verstehen und nachzuvollziehen.

In diesem Sinne kann er auch als Initiator der Volksmusik bezeichnet werden. Der Madrigalchor zeichnet diese Entwicklung durch die Darbietung von bekannten Kirchenliedern aus der Feder Luthers nach.

Besonders in den weltlichen Liedern wird Luthers politische Bedeutung deutlich. In teilweise drastischer Sprache prangert er die Missstände seiner Zeit an. Wegen der damals einsetzenden Verbreitung der Lieder über Flugblätter werden sie oft auch als Zeitungslieder bezeichnet. Ihre Bedeutung im Sinne von Information und Bildung aller gesellschaftlichen Schichten, war den damals Herrschenden sofort bewusst und provozierte heftigste, teilweise martialische Gegenmaßnahmen. Auch hiervon handeln einige Lieder des Madrigalchores.

Der Madrigalchor versucht die Lieder im „Sound“ der Zeit darzubieten. Deshalb hat er das bekannte Ensemble „Dolce Suono“, ein Spezialensemble für Alte Musik, mit historischen Instrumenten der Zeit engagiert. Im gemeinsamen Musizieren schließt sich auch aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums des Chores ein künstlerischer Kreis: beide Ensembles haben schon vor Jahren fruchtbar zusammengearbeitet.

Peter Kleiß, der frühere Jazzredakteur des Saarländischen Rundfunks, rezitiert Texte von Martin Luther und Zeitgenossen.

Für Dr. Luther war der Teufel eine reale, handfeste Gestalt, die mitten unter uns existiert. Teils sehr ernst, teils ein wenig augenzwinkernd gibt Luther Tipps, wie mit dem „Bösen“ umzugehen sei. Aber auch das für ihn so wichtige Essen und Trinken thematisierte er in seinen Tischgesprächen.

Karten zwischen 15 und 7,50 Euro sind bei den Ticket Regional-Vorverkaufsstellen zu haben. red./eck

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