Stimmungsvolle Mettenschicht

Verein lässt alte Bergmannstradition am Kupferbergwerk Düppenweiler aufleben

DÜPPENWEILER Zur traditionellen Mettenschicht lädt der Verein „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur“ am Samstag, 16. Dezember, um 17 Uhr, auf das Übertagegelände des Historischen Kupferbergwerkes Düppenweiler ein. Bei der Zeremonie in enger Anlehnung an eine traditionelle Bergmannsweihnacht können die Gäste auf den altehrwürdigen Pfaden eines schönen alten bergmännischen Brauches wandeln und dabei einen Hauch alter bergmännischer Tradition erleben. Denn früher begingen die Bergleute die letzte Schicht vor Heiligabend, die so genannte Mettenschicht, als schlichte Weihnachtsfeier mit einem festlichen Essen, weihnachtlichen und bergmännischen Liedern und blickten auf das vergangene Jahr zurück. Traditionell besteht die Mettenschicht aus vier Schritten, der Arbeitsschicht, der Bergmette, der Bescherung des Steigers und dem Bergschmaus. Somit lässt der Verein am Samstag, 16. Dezember um 17 Uhr, auf dem dann mit Schwedenfeuern stimmungsvoll beleuchteten Bergwerksgelände diese alte Bergmannstradition wieder aufleben. Die Zeremonie beginnt mit einer Prozession der Gäste, der Bergknappschaft, der Fahnenabordnung und befreundeter Vereine. Der Zug bewegt sich über das Übertagegelände durch die fackelnden Schwedenfeuer hindurch bis zur idyllischen Barbarakapelle. Musikalisch mitgestaltet wird die Mettenschicht u.a. von den Jagdhornbläsern „Mittleres Primstal“ und den Bergsängern. Anmutig schlägt die Glocke der Barbarakapelle und immer wieder erblickt man zwischen den Bäumen die von ihren Wohnhäusern zur Mettenschicht pilgernden Bergmänner mit ihren Geleuchten, so wie es eben früher hier einmal war. Mit Gesang und Gebeten beginnt die eigentliche Kapellenfeier. Die Barbarastatue wird aus dem Bergwerk heraus getragen und eine Bergpredigt gehalten, die früher meist sozialkritische Aspekte beinhaltete.

Die Bergpredigt hält in diesem Jahr der evangelische. Pfarrer Klaus Künhaupt aus Merzig. Das passt in diesem Jahr besonders gut wegen des Lutherjahres. Auch Luther war der Sohn eines Bergmanns. Die meisten überlieferten Bergpredigten stammen zudem von Johannes Mathesius, evang. Pfarrer in Joachimsthal. Er war ein Schüler Luthers und hat in seinen Bergpredikten vieles über den Bergbau im 16. Jahrhundert thematisiert. Mathesius hat auch viele Tischreden Luthers aufgeschrieben. Der meditative Teil wird vom Düppenweiler Pfarrverwalter Pastor Manfred Thesen gestaltet.

Nach Liedern, Gebeten, meditativem Teil und der Bergpredigt singen alle zusammen das Steigerlied, bevor es in einem gemeinsamen Rückmarsch über das stimmungsvoll und andächtig beleuchtete Bergwerksgelände zurück zum Wintermarkt geht.

Bergschmaus

Hier gibt es ausreichend Gelegenheit zum Bergschmaus bei weihnachtlichen Leckereien und der Jahreszeit angepassten heißen Getränken. Mit einem gemütlichen Beisammensein auf dem Wintermarkt klingt damit die Mettenschicht am Samstagabend aus. Der zweitägige bergmännische Wintermarkt beginnt am Samstag um 15.30 Uhr und wird sonntags von 14 bis 20 Uhr fortgesetzt.red./mk

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