Schöne gemeinsame Erlebnisse

Waldorf-Schüler nahmen am Schumann-Austausch-Programm teil

BEXBACH Vor kurzem nahmen von der Freien Waldorfschule in Bexbach erneut Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9 am Schuman-Austauschprogramm teil.

Der französische Politiker Robert Schuman, als Namensgeber des Programms, war für kurze Zeit Finanzminister nach dem Zweiten Weltkrieg und später daran beteiligt, unsere heutige europäische Gemeinschaft mit aufzubauen. Zunächst besuchten unsere Acht- und Neuntklässler für zwei Wochen die jeweilige Schule ihrer Partnerschüler, etwa in der Nähe von Epinal, im belgischen Lüttich und Malmédy, sowie bei Sarreguemines, Nancy, Metz und Saint-Avold in Lothringen. Auch gab es einen Austausch mit einer luxemburgischen Schule. Nun ist auch der Gegenbesuch der Schüler schon wieder Geschichte.

Die Gastschüler erlebten am Ende ihrer ersten Woche des Aufenthalts im Saarland den „Tag der offenen Tür“. Zwei von ihnen konnten bei einem Auftritt zu einem Gedicht des französischen Poeten Jacques Prévert unterstützend mitwirken. Alle Austauschschüler organisierten untereinander einen gemeinsamen Eisdisco-Abend in Zweibrücken, bei dem man sich noch viel besser kennen lernen konnte als vormittags in der Schule.

In der zweiten Woche fand zudem ein Tagesausflug nach Homburg statt, bei dem die Schüler die Schlossberghöhlen besuchten und danach in der Stadt zu Mittag aßen. Ein Stadtbummel bildete im Anschluss daran den Abschluss des Ausfluges. Die Schüler konnten viele neue Dinge über den unterschiedlichen Schulbetrieb, das System der Pausen und die Aufteilung des Stundenplanes in Frankreich und Belgien erfahren und es gab viele Gespräche darüber untereinander. Der Umgang mit Smartphones ist bei uns offenbar strenger geregelt, an den Schulen der Gastschüler dürfen diese in den Pausen verwendet werden. Eine Schülerin freute sich sehr darüber hier in Bexbach in der Gastfamilie Plätzchen backen zu können, da sie so etwas von zuhause nicht kannte.

Eine andere bekundete, dass das Schulsystem in Frankreich schlecht sei, weil man so spät nach Hause kommt und die Tage lang sind. Die Pädagogik findet sie in Deutschland besser. Eine Schülerin war beeindruckt, als sie Zeuge davon wurde, dass ein ihr bekanntes französisches Lied im Unterricht für einen Auftritt bei der Schulfeier geübt wurde. Stark unterschiedliche Situationen gibt es offenbar bezüglich der Mahlzeiten in den Familien.

Neue Erkenntnisse

„In Frankreich isst die ganze Familie jeden Abend gemeinsam“, sagte eine Französin. „Hier kommt es vor, dass man auch sehr früh isst oder auch öfter am Tag, aber nicht zusammen“. Am Ende des Aufenthaltes wurde deutlich, dass es für alle Beteiligten neue Erkenntnisse gab und die zwei Wochen auch nur ein kurzer Zeitraum sind, um sich aber zumindest einen ersten Eindruck machen zu können vom Alltag und dem Leben einer Familie in einem Nachbarland. Schöne gemeinsame Erlebnisse mit Schülergästen. red./jj

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