„Saarlouis – eine neue Heimat für Flüchtlinge?“

Martin-Luther-King-Schüler drehen Film über die aktuelle Flüchtlingssituation

SAARLOUIS Die Martin-Luther-King-Schule in Fraulautern möchte bald das Siegel „Schule ohne Rassismus“ tragen, das von der Landesregierung an engagierte Schulgemeinschaften überreicht wird.

Die Chancen stehen gut, denn viele erfolgreiche Integrationsprojekte wurden dort schon auf die Beine gestellt – das Neuste in Kooperation mit dem Adolf-Bender-Zentrum.

Ein von Schülern der Klassenstufen 9 und 10 und Projektleiterin Katharina Klasen gedrehte Dokumentation erzählt die Geschichten junger, syrischer Flüchtlinge und klärt auf über die aktuelle Flüchtlingssituation in der Welt, in Deutschland und in Saarlouis.

Dazu haben sich die jungen Regisseure unter anderem auf gemacht in die Staatskanzlei des Saarlandes, ins Saarlouiser Landratsamt und haben auch in den eigenen Räumen mal genauer nachgefragt.

Wie viele Menschen sind auf der Flucht? Und warum? Wer darf in Deutschland bleiben? Und wie werden die Menschen untergebracht?

Die Antworten darauf konnten Laura Mayer, Jessica Rau und Julius von Hobe ihren Interviewpartnern vor der Kamera schnell entlocken. Aber sie wollten noch mehr wissen: Was können Politiker, Lehrer, Schüler konkret tun, um Flüchtlingen zu helfen?

Sich gründlich über die derzeitige Situation zu informieren, das sei ein erster ganz wichtiger Schritt, sagte Landrat Patrik Lauer bei der Filmpremiere.

„Das Adolf Bender Zentrum setzt sich ein für demokratische Bildung und interkulturelle Verständigung im Jugendbereich – und das schon seit vielen Jahren“, lobte der Landrat.

Ein ganzes Jahr lang haben die zehn Schüler diskutiert, am Drehbuch gebastelt, gefilmt und dabei auch viel über ihre neuen Mitschüler gelernt. Einige davon kamen im Film zu Wort:

Es sei für ihn am Anfang sehr schwer gewesen in Deutschland und in der neuen Schule, erzählt der junge Syrer Antonius Antipas. Unfreiwillig musste er seine Heimat vor einigen Monaten verlassen: „Wenn dein Zuhause durch einen Krieg zerstört wird, dann suchst du dir ein neues Land, das dich umarmt.“

Der 35-minütige Film „Saarlouis – eine neue Heimat für Flüchtlinge?“ ist innerhalb des Aktionsprogramms Jugendhilfe-Schule-Beruf des Landkreises Saarlouis entstanden. Er wird in Auszügen auf den Internetseiten des Adolf Bender Zentrums und des Landkreises Saarlouis zu sehen sein.red./am

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de