„Rückblick Paarweise“

Galerie Marienhausklinik zeigt Arbeiten von Hannelore Seiffert und Aquarelle von Dr. Klaus Seiffert

OTTWEILER Am 15. November, 18 Uhr wird in der Galerie der Marienhausklinik Ottweiler die nächste Ausstellung eröffnet. Unter dem Titel „Rückblick Paarweise“ widmet sie sich den Werken der saarländischen Künstlerin Hannelore Seiffert und ihrem verstorbenen Ehemann Dr. Klaus Seiffert, der viele Jahre als niedergelassener Internist in Neunkirchen tätig war.

Von seinem Vater, Dr. Leo Seiffert hatte Dr. Klaus Seiffert nicht nur die Liebe zur Medizin geerbt, sondern auch dessen ausgeprägtes künstlerisches Talent, insbesondere fürs Zeichnen und Malen. Häufig diente ihm der Rezeptblock als Malgrund für schnelle, kleine Skizzen, und in seiner Praxis war der Wochenkalender stets übersät mit bruchstückhaften anatomischen Zeichnungen.

Nach Ende seiner Praxistätigkeit vertiefte Dr. Klaus Seiffert seine künstlerischen Fertigkeiten bei renommierten Lehrern. So besuchte er viele Jahre regelmäßig die Aquarellkurse Elisabeth Bosslets.

Am Kunstzentrum Bosener Mühle gehörte er von Anfang an zu den „Studenten“, arbeitete unter anderen mit Prof. Till Neu, Axel Gross und Helmut Schmidt. Mit Prof. Kuborn fuhr er alljährlich in die Provence, wo ein großer Teil der in der Ausstellung gezeigten Bilder entstanden sind. Seine Vorliebe für Landschaften und gewachsene dörfliche Häuserzeilen fand hier reichlich Anschauungsmaterial. Die Porträts und Bilder von Menschen und Tieren zeigen seinen anatomisch geschulten Blick, aber auch den karikaturhaft aufblitzenden Sinn für Humor.

Hannelore Seiffert

Auch Hannelore Seiffert ist ebenfalls eine Quereinsteigerin. Ihr Augenmerk liegt auf dem Dreidimensionalen, auf der Körperhaftigkeit ihres Materials, der Keramik. Obgleich schon immer an Kunst interessiert, machte sie den Schritt von der Schauenden zur aktiv Gestaltenden erst nach ihrem aktiven Berufsleben. Mit großer Leidenschaft eignete sie sich die handwerklichen Grundlagen des Umgangs mit Ton an und profitierte ebenfalls von den herausragenden Künstlern, die in der Bosener Mühle keramische Techniken und Fertigkeiten vermittelten.

Künstler von Weltrang, wie Maria Geszler, Michael Flynn, Kurt Spurey oder Frank Steyaert, um nur einige zu nennen, vermittelten dort ihre Erfahrungen und lenkten den Blick auf die unerschöpflichen Möglichkeiten des Materials.

In der Ottweiler Ausstellung zeigt Hannelore Seiffert einige Wandarbeiten, in denen sie ihre wichtigsten Themen darstellt: den Menschen mit einem abstrahierten Kopf, stilisierte Zitate zu medizinischen Befunden, sowie Strukturen aus der Natur und Arbeiten zum Thema Bücher.

Ihre Arbeiten waren schon in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Hannelore Seiffert ist Mitglied im Künstlerkreis Neunkirchen und war in der Zeit von 2005 bis 2012 dessen Vorsitzende. Des Weiteren engagiert sie sich als Mitglied und künstlerischer Beirat im ICCA (International Contemporary Ceramic Art) in Wien und ist Mitglied in der EVBK (Europäische Vereinigung Bildender Künstler). Als Kunst-Sammlerin ist sie Mitglied im AIC/ICA (International Ceramic Academy) in Genf. Außerdem ist sie als Autorin für nationale und internationale Fachzeitschriften tätig. Als Jurymitglied in verschiedenen Kunstpreisen sowie Laudatorin bei Vernissagen in Galerien und Museen sind ihre Kenntnisse und ihre Meinung über zeitgenössische Unikatkeramik sehr geschätzt.

Die Ausstellung ist bis Ende Februar in der Galerie der Marienhausklinik Ottweiler, Hohlstr. 2-4 zu sehen. red./eck

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de