Richtungsweisende Spuren hinterlassen

Diakonie Saar verabschiedete Geschäftsführer Wolfgang Biehl in den Ruhestand

SAARBRÜCKEN Mit einem Festakt in der Saarbrücker Johanneskirche hat die Diakonie Saar Wolfgang Biehl (65) in den Ruhestand verabschiedet. Der Soziologe war seit 1992 sozialwissenschaftlicher Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft.

„Wolfgang Biehl war neben der konkreten Arbeit vor allem die sozialpolitische Positionierung des Wohlfahrtsverbandes wichtig. In Gesprächen mit der Landesregierung, Landkreisen und Städten sowie mit Kooperationspartnern und Verbänden übernahm er immer eine klare fachliche Position, die er ruhig, aber verbindlich vertreten hat“, beschrieb Diakoniepfarrer Udo Blank das Engagement und die Persönlichkeit seines langjährigen Partners in der Geschäftsführung. Dabei lagen ihm insbesondere die Themen Armutsbekämpfung sowie Flucht und Migration am Herzen. Unter seiner Verantwortung habe sich die Diakonie Saar zu einem großen und profilierten Träger der sozialen Arbeit im Saarland entwickelt.

Sozialministerin Monika Bachmann sprach in ihrem Grußwort an den scheidenden Geschäftsführer von einem Menschen mit Herz, der sich immer für die sozial Schwachen eingesetzt habe. „Ich danke Wolfgang Biehl für seine engagierte Arbeit im Diakonischen Werk an der Saar. Als wichtiger Partner der Landesregierung ist die Diakonie Saar und damit auch Wolfgang Biehl als Geschäftsführer Motor und auch mal Antreiber der Politik und das immer im konstruktiven und zielorientierten Dialog“, würdigte Bachmann seine Tätigkeit.

Thomas Oelkers, juristischer Vorstand in der Diakonie Rheinland – Westfalen – Lippe, dem Dachverband der Diakonie Saar, dankte Biehl im Namen des Vorstandes für 14 Jahre Engagement in den verschiedensten Gremien und Fachverbänden. Er bezeichnete ihn als „sozialpolitischen Langstreckenläufer“. Den Dank für die LIGA Saar, dem Zusammenschluss der Wohlfahrtsverbände im Saarland, überbrachte Michael Hamm von Paritätischen Wohlfahrtsverband. Biehl habe stets konstruktiv und vertrauensvoll in den Gremien mitgearbeitet. Komplexe Themen wie Armut, soziale Sicherung und Sucht verstand er gezielt zu bearbeiten und so habe Biehl nicht nur für die LIGA richtungsweisende Spuren hinterlassen.

Der Festakt schloss mit der Entpflichtung Biehls von seinem Amt durch den Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung der Diakonie Saar, Superintendent Gerhard Koepke. Wolfgang Biehl hatte das letzte Wort: „In all den Jahren habe ich gelernt, dass es zur Umsetzung vieler Aufgaben einen langen Atem braucht. Aber wir haben es geschafft, für viele Menschen eine gute Perspektive zu entwickeln.“ Und er mahnte in Richtung Politik: Die Wohlfahrtspflege dürfe auch in Zukunft nicht nur als Erfüllungsgehilfe sozialer Aufgaben betrachtet werden. „Nie

war die Diakonie so wichtig wie heute.“ red./sh

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