Reaktivierung der Bahnstrecke

Künftig sollen zwischen Homburg und Zweibrücken wieder Züge rollen

ZWEIBRÜCKEN In wenigen Jahren soll es soweit sein - geht man von Schätzungen des VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) und der Mainzer Landesregierung aus, dann soll es spätestens bis Mitte des nächsten Jahrzehnts wieder Zugverkehr zwischen Homburg und Zweibrücken geben.

Stilllegung 1991

Seit ihrer endgültigen Stilllegung im Jahr 1991 wird stetig um die Wiederbelebung der Bahnstrecke gekämpft. Waren es am Anfang nur wenige, die sich für das Projekt einsetzten, so sind sich heute fast alle einig – das Vorhaben würde die gesamte Region voranbringen. „Wir würden es zumindest sehr begrüßen“, erklärt Heinz Braun, Pressesprecher der Stadt Zweibrücken, der sich freut, dass nun auch die Verantwortlichen in der saarländischen Landesregierung die Reaktivierung unterstützen.

Rheinland-Pfalz plant, die Reaktivierung der 1857 eröffneten Bahnlinie und deren Betrieb mit insgesamt 34 Millionen Euro zu unterstützen, obwohl die Strecke zum allergrößten Teil im Gebiet des Saarlandes liegt.

Grund ist, dass sich viele Menschen in Zweibrücken und Umgebung einen wirtschaftlichen Aufschwung und mehr Lebensqualität von der S-Bahn-Anbindung erhoffen. Pendler beispielsweise könnten dann von Zweibrücken aus ohne Umsteigen nach Mannheim fahren, weil die Bahn an das S-Bahnnetz Rhein-Neckar angebunden werden soll.

Das Saarland sieht seine Vorteile darin, den Bahnhof in Homburg wieder aufzuwerten, dessen Fernverbindungen doch sehr reduziert worden sind. Außerdem könnte der Fahrradtourismus im Bliestal angekurbelt werden. Eine Vorentwurfsplanung aus dem Jahr 2013, für die 700000 Euro investiert wurden, beziffert die Kosten der Reaktivierung zwischen 21,7 und 25,7 Millionen Euro. Die Kosten-Nutzen-Untersuchung ergibt einen Faktor von 1,24, so das Ergebnis der Untersuchung.

15 Minuten Fahrtzeit

Die Fahrtzeit mit der dann erweiterten S-Bahn Rhein-Neckar würde mit drei Haltepunkten (Einöd, Schwarzenacker und Beeden) rund 15 Minuten betragen.

„Wir befinden sich derzeit im Planfeststellungsverfahren, bei dem die genauen Kosten berechnet werden“, informiert Susanne Keeding, Sprecherin des Mainzer Wirtschaftsministeriums, auf Nachfrage der „Woch“. Das könne bis zu zwei Jahren dauern. Dann könne über die genaue Verteilung der Kosten gesprochen werden, zu denen der Bund eine erhebliche Summe beisteuere. Danach müsse noch durch das EBA (Eisenbahnbundesamt Baurecht erteilt werden. Dazu komme noch die Einstellung der Bausumme in die jeweiligen Landeshaushalte. Deshalb wollte sich die Sprecherin auch nicht auf einen Termin für einen Baubeginn festlegen. nob

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