Mitfahrerbank

Das Thema der Mobilität im Alter ist seit Jahren ein Dauerbrenner. Was tun, wenn man nicht mehr Auto fahren kann, der Weg in den nächsten Supermarkt zu weit und der ÖPNV nicht optimal ist? Mit dieser Frage haben sich der Wittersheimer Ortsrat und der Dorfverein auseinandergesetzt.

WITTERSHEIM Dabei herausgekommen ist die Idee einer Mitfahrerbank, wie es sie in vielen anderen Orten bereits gibt. Kürzlich wurde diese, nachdem das Freiluftmöbel bereits seit Mai letzten Jahres seinen Platz am Straßenrand der Einmündung Saargemünder-/Remigiusstraße gefunden hat, offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Die attraktive Holzbank befindet sich in Fahrtrichtung Erfweiler-Ehlingen und steht unmittelbar vor dem Treppenaufgang zur Pfarrkirche St. Remigius. Neben der Bank, die der Ortsrat und der Dorfverein Wittersheim bei„AQuiS – Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung im Saarpfalz-Kreis“, einem Projekt zur Integration von Langzeitarbeitslosen, in Auftrag gegeben hatten, befindet sich noch zwei Schilder.

Neben den Worten „Mitfahrerbank“ als Erklärung kann man dort auch das Logo des Supermarktes Edeka finden. Thomas Schuck, Inhaber des Geschäftes im etwa vier Kilometer entfernten Gewerbegebiet von Erfweiler-Ehlingen, beteiligt sich dauerhaft an der Mitfahraktion. Dort steht sozusagen das Gegenstück – eine weitere Bank der gleichen Bauart.

Wer also ins Gewerbegebiet zwischen Erfweiler-Ehlingen und Assweiler möchte, nimmt einfach in Wittersheim auf der Bank Platz und wartet ab, bis ein Pkw hält und ihn mitnimmt. Vor dem Edeka in Erfweiler-Ehlingen, direkt vor dem Ladeneingang, das Gleiche: Hinsetzen und abwarten, bis jemand einem nach Wittersheim mitnimmt.

Auf mehr Mobilität bei seinen möglichen Interessenten und dem ein oder anderen Stammgast, hofft auch Sascha Loch. Er ist der Inhaber des Rehazentrum Heiderose nahe dem Supermarkt in Erfweiler-Ehlingen. Auch Magdalena Baspinar-Görlinger vom Pflegestützpunkt im Saarpfalzkreis begrüßt die gemeinsame Initiative von Ortsrat und Dorfverein Wittersheim.

„Das Ganze ist zehn Mal einfacher als mit dem Bus“, schätzt Ortsvorsteher Wendelin Lonsdorf die Situation ein. Er klärte auch darüber auf, dass versicherungsrechtlich keine Probleme bestehen würden. Laut Lonsdorf sei ein Mitfahrer bei einem möglichen Unfall automatisch in die Kfz-Haftpflicht des Fahrers oder des Halters integriert. Genau, wie ein gewöhnlicher Mitfahrer auch. Es sei also keine weitere Versicherung erforderlich.

„Es wäre schön, wenn sich noch andere Orte daran beteiligen würden. Vielleicht gibt es irgendwann auch eine Verbindung zum Ormesheimer Rathaus“, hofft der Wittersheimer Ortsvorsteher.red./dos

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