Meisterlich inszenierte Science-Fiction

SAARBRÜCKEN In der Reihe „Schöne neue digitale Welt“ zeigt das Kino achteinhalb am Mittwoch, 15. November, 20 Uhr, den Film „Ex Machina“.

Ein junger Informatiker zieht für eine Woche in die einsam gelegene Villa seines Chefs, der auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz forscht. Er soll herausfinden, ob eine bildschöne Androidin über Gefühle und Sehnsüchte verfügt. Bald gerät er in ein komplexes Beziehungsdreieck, weil Schöpfer und Kreatur ihre jeweils eigene Agenda verfolgen. „Das Programm der künstlichen Anfertigung des Menschen stellt in unserem Kulturkreis eine Gotteslästerung dar. Der Schöpfungsakt soll vom Menschen wiederholt werden; es handelt sich um eine Karikatur, um den menschlichen Versuch, dem Gotte gleich zu werden“, hat Stanislav Lem einmal geschrieben, verbunden mit der Warnung, dass „ein solches Wagnis nicht glücken kann“. Die Schaffung künstlicher Intelligenz, von Androiden, also Menschenähnlichen, gehört von Beginn an zu den populären Mythen des fantastischen Films, immer gekoppelt mit der Angst, dass die Androiden, ihrer größeren Widerstandskraft und Intelligenz wegen, zur Gefahr für den Menschen werden. Zuletzt am deutlichsten ausformuliert wurde das in Ridley Scotts Blade Runner und James Camerons Terminator. Mit der „Erfindung“ der Roboterfrau kommt spätestens seit Metropolis (1927) noch das Moment der Verführung, die Möglichkeit körperlicher Liebe, hinzu – und damit die Frage, ob Androiden wissen, was Sex und Gefühle bedeuten. Meisterlich inszenierter Science-Fiction-Film, der anspruchsvoll und spannend die Bedingungen und Folgen künstlicher Intelligenz zum Thema macht. (Michael Ranze, Filmdienst 2015/8)

Einführung: Prof. Dr. Jörg H. Siekmann, Universität des Saarlandes/DFKI.

red./sh/Foto: Filmfutter

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