Meisterhaft in Szene gesetzt

Janoschs Abenteuerwelten: Tigerente, Schnuddel und Co. halten Einzug im Forum Alte Post

PIRMASENS Der kleine Bär, Schnuddel, die schwarz-gelbe Tigerente und Günter Kastenfrosch. Wer kennt sie nicht? Generationen von Kindern – und Eltern – lieben die schönen, humorvollen und oft auch tief greifenden Geschichten und Zeichnungen von Horst Eckert – alias Janosch. Ab Sonntag, 19. November, gibt es im Pirmasenser Kulturforum Alte Post ein Wiedersehen mit vielen populären Figuren aus seinen Büchern.

Unter dem Titel „Janosch: Abenteuerwelten“ werden insgesamt rund 80 Werke des 86-jährigen Schriftstellers und Illustrators gezeigt, der inzwischen zurückgezogen auf Teneriffa lebt. In der retrospektiv angelegten Schau, die in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Kunst & Kultur Pirmasens entstanden ist, sind sowohl Unikate als auch klein- und großformatige Radierungen des mehrfach ausgezeichneten Künstlers zu erleben.

„Oh weh, es tobt die See“

Die ausgestellten Werke stehen unter dem Leitmotiv „Oh weh, es tobt die See“ und widmen sich einem breit gefächerten Spektrum mit Arbeiten zu Themen wie Zirkus, Fantasiewelt, Wasser, Narziss, Skurril und kindliche Spontaneität – mit Bezug auf den kleinen Bär und den kleinen Tiger – sowie Erotik. Neben den vertrauten, meist fröhlichen und zuversichtlichen Kinderbuchgeschichten gewähren die Leihgaben der Stuttgarter Galerie Art28 Einblick in eine weniger bekannte Seite des Künstlers. Abgesehen von seinen vielen humoristischen Kreationen übt Janosch durch seine Werke auch Kritik an der Gesellschaft und setzt sich etwa mit dem Sinn des Lebens auseinander.

Mithilfe der Technik der Radierung setzt Janosch seine bekannten Figuren und Kreationen als eigenständige bildliche Kunstwerke meisterhaft in Szene. Die gewählten Motive sind hierbei inspiriert von bekannten Städten, Fabeln, Märchen und Anekdoten, Religion und anderen Themen. Hierbei vereinen die mit bewusst unbeholfenem Strich gezeichneten Bilder in sich Emotionalität und Sentimentalität mit leiser Ironie und Widerstand gegen Instanzen und Obrigkeiten. Als ein wichtiges Stilmittel fungiert die Sprache, indem Gedanken, Sprüche und Konversationen mit in die Bildkomposition eingebunden werden, etwa in Form einer Sprechblase oder eines Schildes.

Begleitprogramm

So vielfältig wie die Arbeiten des Autors, Schriftstellers und Illustrators ist auch das museumspädagogische Begleitprogramm der Ausstellung „Janosch: Abenteuerwelten“, die bis einschließlich 14. Januar 2018 zu erleben ist. Dazu gehören etwa Führungen und Lesungen für Jung und Alt, Bastel-Workshops sowie erstmals je ein Back- und Kochkurs mit Kindern in der hauseigenen Küche des Forum Alte Post in Zusammenarbeit mit dem Hotel-Restaurant Kunz. Das Pirmasenser Walhalla-Kino zeigt außerdem den Janosch-Film „Oh wie schön ist Panama“.

Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Die Tickets berechtigen auch zum Besuch der Dauerausstellung „Heinrich Bürkel – Landpartie“ und dem Hugo-Ball-Kabinett. Im Museumsshop sind von Janosch signierte Bücher erhältlich. Weitere Informationen zum Begleitprogramm gibt es im Internet unter www.forumaltepost.de oder unter Tel. (06331) 2392716.red./dos

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