Kreishauskonzert mit Harold Stanese

Der Pianist spielt Schubert, Bartók und Chopin

OTTWEILER Am Freitag, 23. Februar, 20 Uhr gastiert Harold Stanese am Klavier im Historischen Sitzungssaal des Landratsamtes, Wilhelm-Heinrich-Str. 36 in Ottweiler.

Mit seinen berührenden Interpretationen der barocken, klassischen und romantischen Klavierliteratur möchte der 1982 in Paris als Kind einer Musikerfamilie geborene Harold Stanese eine lebendige Beziehung zu seinen Hörern herstellen. Immer wieder gelingt es ihm, mit seiner höchst sensiblen, niemals vordergründig virtuosen Spielweise, einzigartige Momente der Verzauberung zu schaffen.

Seine nuancierte Klangkultur erinnert an die Pianisten-Legenden Edwin Fischer und Alfred Cortot. Virtuosität war für sie nie Selbstzweck, sondern hatte eine der Musik dienende Funktion. Dieses musikalische Erbe wurde dem jungen Harold Stanese durch die Pädagogin Monique Deschaussée, einer Schülerin von Fischer und Cortot, vermittelt.

Dabei ist Musik für ihn nicht nur sinnliches Erleben, sondern ein den ganzen Menschen, die Gefühle ebenso wie den Geist, ansprechendes Ereignis. Deshalb begleitet er seine Konzerte gern mit Erläuterungen zum zeitgeschichtlichen Hintergrund der gespielten Werke und rückt sie so in einen umfassenden kulturellen Zusammenhang.

Von entscheidender Bedeutung für seine weitere künstlerische Entwicklung war der Unterricht bei Madelaine Giraudeau, die viele erfolgreiche Pianisten wie etwa F.R. Duachable ausgebildet hat.

1994 wird Ivry Giltis auf ihn aufmerksam und lädt ihn ein, bei seinem Festival mitzuwirken. Es folgen zahlreiche Orchester- und Soloauftritte. Mit sechzehn begegnet er dem russischen Pianisten Igor Lazko, mit dem er eine Zusammenarbeit am „Conservatoire Russe de Paris“ beginnt, wo er 2001 sein Diplom erhält. 2001 erringt er den 1. Preis am „Conservatoire Nationale d’Aubervilliers“. Danach setzt er seine Studien bei Friedrich Auguessy am „Conservatoire Nationale de Rouen“ fort. Als Klassenbester wird er mit dem „Prix d’excellence“ ausgezeichnet.

2008 beginnt Harold Stanese ein Masterstudium an der „Hochschule für Musik und Theater“ in Hamburg in der Klasse von Professor Nattkemper. Dort besteht er 2014 sein Konzertexamen mit Auszeichnung. 2009 folgt ein Preis beim renommierten „Elise Meyer Wettbewerb“. 2010 wird er Masefield-Stipendiat. 2014 spielt er mit den Hamburger Symphonikern Chopins zweites Klavierkonzert. Hamburg ist heute sein Wohnort und Mittelpunkt seines musikalischen Wirkens: 2010 bis 2015 arbeitet er als Lehrbeauftragter an der Hamburger Musikhochschule. Außerdem unterrichtet er an der „Staatlichen Jugendmusikhochschule“ der Hansestadt.

Um sein leidenschaftliches Engagement für die Musik zu verstehen, mag der Begriff „Sound“ hilfreich sein. „Sound“ ist für ihn nicht gleichbedeutend mit „Klang“. Das englische Wort „Sound“ beinhaltet eine Dimension, die in der deutschen Übersetzung verloren geht: „Sound“ ist immer auch das Gesunde, Wohlbehaltene und Sichere, so wie es in der englischen Wendung „sound and safe“ anklingt. In diesem Sinne hat Musik für ihn auch eine therapeutische Wirkung. Bei seinen Konzerten in der Hamburger Universitätsklinik (UKE) hat er Patienten und ihren Angehörigen damit immer wieder Trost und Zuversicht gespendet. Einer der Höhepunkte seines Wirkens im UKE war sein Konzert anlässlich der Eröffnung der Leukämie-Station mit dem Tenor José Carreras, der dort seine Leukämie-Erkrankung behandeln ließ.

Zu hören sind an diesem Abend Werke von Franz Schubert, Béla Bartók und Frédéric Chopin.

Karten für das Konzert sind bei der Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises Neunkirchen, Am Bergwerk Reden 10, 66578 Schiffweiler, Tel. (06821) 972920 und an der Abendkasse erhältlich. Der Eintritt beträgt 15 Euro für Erwachsene und 7,50 Euro für Schüler/Studenten.

red./eck

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