Konzert als Balsam für die Seele

.... das schönste Geburtstagsgeschenk für den Projektchor „Ein Licht für Afrika“

MERZIG Eine bis auf den letzten Platz besetzte Josefskirche in Merzig war das schönste Geburtstagsgeschenk für den Projektchor „Ein Licht für Afrika“, der am Welt-Aidstag 2017 – auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem ersten Konzert damals in der Merziger Stadthalle – sein kleines Jubiläum feierte. Die Faszination, die von der afrikanischen Musik und deren besonderen Darbietung ausgeht, scheint ungebrochen. „Man sieht die Freude der Sänger in ihren Gesichtern, und das steckt einfach an“, kommentierte ein Besucher das Konzert.

Wie für eine Geburtstagsfeier üblich, wurden Geburtstagsgäste eingeladen. Neben vielen ehemaligen Chormitgliedern, folgten auch Vertreter der Stadt Merzig und der Gemeinde Mettlach der Einladung.

Hoher Besuch beim Jubiläumskonzert

Ganz besonders freute man sich über den Besuch der Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, die bislang keinen einzigen Auftritt des Chores im Merziger Raum verpasst hat. In ihrem Grußwort gratulierte sie nicht nur zu der musikalischen Leistung, dem ehrenamtlichen Engagement und zu den erfolgreich errichteten Bauwerken in Mosambik, sondern brachte auch Freude und Stolz darüber zum Ausdruck, dass das Projekt einst von einer Schule ihres Landkreises ausging, der Christian-Kretzschmar-Schule Merzig. Noch immer ist „Ein Licht für Afrika“ im Profil der Schule verankert.

Unter den Gästen befand sich auch der international bekannte Friedenskünstler Mike Mathes, der eine ganz besondere Kooperation mit „Ein Licht für Afrika“ einging.

Das gemeinsame Projekt „Trabi on Tour – 1000 Augen für die Welt“ ist bereits erfolgreich angelaufen. Immerhin zieren schon zehn Augen das fahrende Maskottchen des Vereins, das der Chor letztes Jahr nach einem Konzert im Chiemgau geschenkt bekam, zehn Augen von Menschen, die für Frieden und lebendige Vielfalt in unserer Gesellschaft Gesicht zeigen wollen.

Für das Konzertprogramm wurden dieses Mal sowohl Lieder aus dem reichhaltigen Repertoire der letzten zehn Jahre, als auch einige neue ausgewählt, rhythmische, getragene, leidenschaftliche, besinnliche, afrikanische mit der passenden Trommelbegleitung, afroamerikanische Popballaden mit Band. „Es war Balsam für die Seele“, schwärmte eine Konzertbesucherin.

„Think of me“

Als der Chor nach etwa 90 Minuten zu den Klängen des mittlerweile zur Tradition gewordenen Schlussliedes „Think of me“ auszog, spendete das Publikum nicht nur großzügig Applaus, sondern vor allem Geld für die nächsten Bauprojekte, eine Krankenstation und ein Waisenhaus für AIDS-Waisen. „Es ist einfach überwältigend, wie die Bevölkerung unser Anliegen unterstützt. Man kann sich nicht oft genug bei den Menschen für das uns entgegengebrachte Vertrauen bedanken“, sagt Christoph Goergen, Initiator, Chorleiter und Vorsitzender von „Ein Licht für Afrika“.

Der Grundstein für die Krankenstation ist bereits gelegt. Der eigens für die Krankenstation benötigte Brunnen ist ebenfalls schon in Arbeit. Die Mosambikanerin Joaquina Siquice, die seit über 20 Jahren im Saarland lebt und die Gallionsfigur des Vereins und Chores ist, wird die Weihnachtsfeiertage in ihrer afrikanischen Heimat verbringen und sich bei der Gelegenheit im Projektdorf Guigobane von den Baufortschritten überzeugen können.

Für 2019 plant der Verein, dass sich der gesamte Chor die Krankenstation im Rahmen einer Afrikareise ansehen kann und die offizielle Einweihungsfeier gestaltet. „Ich möchte endlich die beiden Gruppen zusammenführen: die Sänger, die seit zehn Jahren für die Menschen irgendwo im Süden Afrikas singen, und die Einwohner Guigobanes, die bisher nur die kleinen zwölfköpfigen Arbeitsgruppen bei den gemeinsamen Bauarbeiten 2010 und 2015 kennengelernt haben“, so Goergen. „Aber immerhin wissen sie, dass sich dort auf der anderen Erdhalbkugel ein etwa 90-köpfiger Chor für sie stimmgewaltig engagiert“, ergänzt das Vorstandsmitglied Ulrike Hehl.

„Geschichten aus dem Palmenwald“

Ebenso unterstützten viele Konzertbesucher die Arbeit von „Ein Licht für Afrika“ mit dem Kauf von CD‘s mit den Live-Mitschnitten der letzten Konzerte, Büchern und Kalendern. Weitere Infos hierzu gibt es per E-Mail an einlichtfuerafrika@gmx.de.

Der Verkaufsschlager war dieses Mal das mosambikanische Märchenbuch „Geschichten aus dem Palmenwald“, das pünktlich zum Jubiläum erschien. Darin erzählt Christoph Goergen die Märchen nach, die ihm wiederum von Joaquina Siquice erzählt wurden, mit der Bitte, sie aufzuschreiben.

Dieses Märchenbuch ist im Merziger Buchladen „Rote Zora“ erhältlich.red./ti

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