Klare Abfuhr für Gemeindezusammenlegung

Bürgermeister Alexander Rubeck bezieht Stellung beim Neujahrsempfang

GERSHEIM Singen, musizieren und vor allem miteinander Reden waren die Komponenten des Neujahrsempfanges der Gemeinde Gersheim. Im Kulturhaus empfing Bürgermeister Alexander Rubeck mit seiner Frau Daniela wieder zahlreiche Gäste aus den unterschiedlichsten Bereichen, ob von Vereinen, Verbänden, Hilfsorganisationen, aus der Wirtschaft und vom Handel, die von den Gersheimer Landfrauen mit ihrer Vorsitzenden Margot Schneider-Fontana trefflich bewirtet wurden.

Unter den Besuchern befanden sich, traditionell für die Grenzgemeinde Gersheim, auch Gäste aus dem benachbarten Lothringen. Darunter erstmals Nicole Muller-Becker, die Vizepräsidentin der neu geschaffenen Region Grand-Est, und in dieser Funktion zuständig für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Förderung der Mehrsprachigkeit. Sie ist auch gleichzeitig Maire-Adjoint, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Sarreguemines.

Interkommunale Zusammenarbeit

Eine Verwaltungsgemeinschaft, in dem Verwaltungstätigkeiten gebündelt werden, ohne dass die beteiligten Kommunen ihre Eigenständig aufgeben, favorisierte Alexander Rubeck in seiner Ansprache, um die Arbeit künftige besser, effektiver und professioneller erledigen zu können. Er erteilte damit einer Gemeindezusammenlegung eine klare Abfuhr. Gerade die interkommunale Zusammenarbeit, wie sie Gersheim bereits mit Mandelbachtal und Blieskastel, habe bereits zu Verbesserungen geführt. Er forderte aber auch den Gesetzgeber, der diese Kooperation der Verwaltungsebenen immer wieder fordere, auf sich in vielen Bereichen rechtzeitig über die Folgen Gedanken zu machen. „Bevor man gesetzliche Standards und Anforderungen, sei es bei Kindergärten, Schulen, bei der energetischen Sanierung von Gebäuden oder auch beim Brandschutz, immer weiter in die Höhe schraubt, muss man sich fragen, ob, was politisch wünschenswert erscheint, vor Ort auch leistbar ist“.

Trotz der schwierigen Finanzlage, die auch eine empfindliche Grundsteuererhöhung zur Folge hatte, konnte Rubeck auch Erfolge nennen und Perspektiven aufzeigen. Nach den Um- und Neubauten der Kitas in Reinheim und Peppenkum habe Gersheim den kreisweiten Spitzenplatz beim Krippengebot in den Tagesstätten erreicht. Vergleicht man andere ländliche Regionen stehe man deutschlandweit auch beim Ausbau von schnellem Internet ganz oben. Er kündigte an, dass nach der Versorgung von einigen Ortsteilen durch Innexio, die Deutsche Telekom in diesem Jahr in Medelsheim und Gersheim ein neues Glasfasernetz verlegen wird. Stolz sein könne man sowohl auf die Quasi-Vollbeschäftigung als auch die niedrige Kriminalitätsrate. Das Gemeindeoberhaupt appellierte an die Landespolitiker, keiner neuerlichen Polizeireform, die die Polizei-Präsenz in der Fläche weiter ausdünne, zuzustimmen. „Wenn die nächste rund um die Uhr, und auch mit ausreichend Personal besetzte Polizei-Inspektion in Homburg sein soll, hat das für mich nichts mehr mit ausreichender Sicherheit für die Bevölkerung zu tun“, so Rubeck.

Insgesamt gesehen, lasse es sich in der Gemeinde gut leben, meinte der 43-Jährige Verwaltungschef. Auch engagierten sich viele Menschen in vielfältiger Weise in ihrem Umfeld. Man sei stolz auf diese Heimat, denn „Lebensqualität lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken“.

Der Gemischte Chor des Männergesangvereins Walsheim mit seiner Dirigentin Ina Kaufmann hatte wie der Musikverein Rubenheim mit Thomas Welsch an der Spitze den Empfang stimmungsvoll eröffnet. Beendet wurde der offizielle Teil mit dem filmischen Jahresrückblick, ergänzt mit fotografischen Impressionen, zusammengestellt vom Niedergailbacher Kameramann Wolfgang Freier.ott

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