Kimoto – eine Retrospektive

Die Städtische Galerie zeigt Werke des japanischen Künstlers Seiji Kimoto

NEUNKIRCHEN „Kunst muss uns berühren und Spuren in uns hinterlassen.“

Mit diesen Worten umschreibt Seiji Kimoto den wesentlichen Kern seiner Arbeiten, in deren Mittelpunkt der Mensch im Spannungsfeld zwischen Macht und Ohnmacht steht.

Anlässlich seines 80. Geburtstages würdigt die Städtische Galerie Neunkirchen das Lebenswerk des japanischen Künstlers, der seit mehr als vier Jahrzehnten im saarländischen Wiebelskirchen lebt, mit einer Retrospektiv-Ausstellung.

Geboren 1937 in Osaka, studiert Seiji Kimoto in Japan zunächst Innenarchitektur und Zen-Malerei, bevor ihn sein Weg nach Deutschland führt, wo er von 1968 bis 1971 ein Studium an der Saarbrücker Werkkunstschule bei Prof. Boris Kleint absolviert. Verwurzelt in der traditionellen japanischen Kunst, zugleich aber auch offen für neue, westliche Impulse, entwickelt er eine unverwechselbare Handschrift und Symbolik, die sich wie ein roter Faden durch sein Werk zieht.

Gewalt und Unterdrückung

Kimoto setzt sich in seinen plastischen Arbeiten beharrlich mit Gewalt und Unterdrückung auseinander und hat eindringliche Mahnmale gegen Krieg und politische Terrorherrschaft geschaffen, unter anderem das Mahnmal für Fremdarbeiter im Hüttenpark Neunkirchen, Wandgestaltungen im Landtag des Saarlandes und im Saarbrücker Rathaus sowie Skulpturen und Reliefs in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen.

Sind es vor allem diese Kunstwerke im öffentlichen Raum, die Kimoto weit über die Region hinaus bekannt gemacht haben, so konzentriert sich die Ausstellung auf freie plastische Arbeiten, Wandobjekte, Tuschearbeiten und Kalligrafien aus verschiedenen Schaffensphasen, die den Weg hin zur charakteristischen Bildsprache nachzeichnen. Eine eigens für die Werkschau in Neunkirchen gefertigte Papierarbeit spannt den Bogen bis ins Hier und Jetzt.

„Macht und Ohnmacht“

In seinen Skulpturen aus dem Zyklus „Macht und Ohnmacht“ konfrontiert Seiji Kimoto den Betrachter besonders eindringlich mit dem zentralen Thema seiner Kunst. Archaisch wirkende Figuren und symbolische Bilder von leidenden, gefolterten Menschen treten uns oft lebensgroß gegenüber. Ihre Gliedmaßen sind deformiert und grotesk verrenkt, die Körper mit Seilen gefesselt oder von Marterwerkzeugen versehrt. Auch in Kimotos abstrakten Arbeiten spielen wiederkehrende Motive wie das Seil als Symbol von Zwang und Unfreiheit eine wichtige Rolle.

Die Ausstellung wird am Freitag, 20. Oktober um 19 Uhr in der Städtischen Galerie Neunkirchen (im KULT. Kulturzentrum, Marienstraße 2) eröffnet und ist bis 7. Januar zu sehen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (52 Seite, 9-Euro).

Weitere Informationen im Internet unter www.staedtische-galerie-neunkirchen.de.

red./eck

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