Integrationspreis für Gonnesweiler

Integrationsarbeit des Vereins wird mit einem Mercedes Benz Vitro belohnt

LEBACH Der FV Blau Weiß Gonnesweiler ist als Sieger in der Kategorie „Verein“ für den zehnten Integrationspreis von Deutscher Fußballbund (DFB) und Mercedes Benz ausgezeichnet worden. Die Übergabe des Preises, ein Mercedes Benz Vitro, erfolgte im Mercedes-Benz-Autohaus Reitenbach im Lebach.

Ausgezeichnet werden jährlich Projekte in den Kategorien Verein, Schule sowie freie und kommunale Träger, die im Fußball oder mit Hilfe des Fußballs insbesondere Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund einbinden.

„Dies ist dem FV Blau Weiß Gonnesweiler in vorbildlicher Weise gelungen“, betonte der Präsident des Saarländischen Fußballverbandes, Franz Josef Schumann, der die Preisübergabe zusammen mit Mercedes-Reitenbach-Geschäftsführer Frank Hachfeld vornahm.

Der im saarländischen 1000-Einwohner-Dorf Gonnesweiler heimische Fußballverein leistet viel für die Integration, erläuterte Schumann weiter. Die Integrationsarbeit des Vereins fand ihren Anfang im Jahr 2014 mit seinem Engagement für Flüchtlinge, das sich in wöchentlichen Trainingseinheiten, sowie vor allem auch in Sprach- und Kochkursen äußerte und nach wie vor äußert.

Mit der Gründung eines interkulturellen Vereins aus dem Sportverein heraus wurden neue Möglichkeiten geschaffen, um den Prozess der Integration durch den interkulturellen Austausch zu forcieren und zu unterstützen. „Außerdem werden Vorstandsaufgaben von arabischen Personen besetzt, womit ein „Wir-Gefühl“ in der vereinsinternen Solidargemeinschaft etabliert wird.

Vor allem auch der gemeinsame Kochkurs von deutschen und arabischen Frauen hat den Blick geschärft und gezeigt, dass bei einer Integration die arabischen Frauen eine Schlüsselfunktion einnehmen. Arabische Frauen haben in ihrem Kulturkreis wichtige Aufgaben zu erfüllen. Als zentrale Figur der emotionalen Stabilität in der Familie sind sie oftmals verantwortlich für die Erziehung der Kinder, das Ansehen der Familie nach außen, sowie für die Einhaltung von Werten“, erläuterte der Vereinsvorsitzenden Stefan Kunz.

„Im Zuge dieser Erkenntnisse hat der Verein ein Workshop-Projekt mit dem Titel „Frauen und Beruf – Selbstwert, Identität und berufliche Orientierung für arabische Frauen“ in Kooperation mit dem Landessportverband für das Saarland realisiert. Dem Verein ist klar geworden, das die berufliche Qualifizierung der Frauen nur über ein selbstbestimmtes Leben im Alltag erfolgreich gestaltet werden kann.

Zur Umsetzung der Workshops wird auf das im Sport geschaffene Vertrauen zurückgegriffen. Hierbei spielt der Brückenbauer Dr. Nabil El Beituni als Berater für interkulturelle Sensibilisierung eine wesentliche Rolle“, erläuterte Stefan Kunz. jam

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