Infos rund ums Thema Demenz

Aktionsstand des Johann-Hinrich-Wichern-Hauses lockt zahlreiche Passanten

ZWEIBRÜCKEN Ein enormes Echo und viele gute Gespräche: Das ist die durchweg positive Bilanz, die Mitarbeitende des Johann-Hinrich-Wichern-Hauses mitnehmen von ihrem Aktions- und Infostand zur Welt-Alzheimerwoche in der Zweibrücker Fußgängerzone. Dort hatten sie in Höhe des Café Knauber ihren Stand aufgeschlagen und Passanten und Neugierige, die gezielt vorbeischauten, praxisnah zum Thema Demenz informiert.

„Es war toll, wie interessiert und offen die Leute mit uns das Gespräch über Demenz, Vergessen, Erinnern und den Umgang mit altersverwirrten Menschen gesucht haben“, sagt Anja Lang, examinierte Altenpflegerin und Validationsbeauftrage im Johann-Hinrich-Wichern-Haus in der Einrichtung.

Viele Interessierte

Der Expertenrat der acht Mitarbeitenden des Altenhilfezentrums und von Validationsteacher Christiane Grünenwald, die eigens vom Autorisierten Zentrum für Validation von der Weinstraße angereist war, war stundenlang fast unvermindert gefragt.

Ebenso gut an kamen der Alterssimulationsanzug, mit dem sich körperliche Einschränkungen des Alters hautnah nacherleben ließen, und der Erinnerungskoffer mit historischen Küchengeräten. Kartoffelpresse, Spekulatiusblech und Co. weckten nicht nur bei den Standbesuchern Erinnerungen und eröffneten viele Gespräche. „Wir haben auch vermittelt, wie man mit derartigen Utensilien mit Menschen mit Demenz in Kontakt kommen kann“, berichtet Anja Lang.

Sprechstunde jeden 1. Freitag im Monat

Wer weitere Expertentipps zum Thema sucht, kann verschiedene Angebote des Wichern-Hauses nutzen. „Angehörigen von Menschen mit Demenz bieten wir jeden ersten Freitag im Monat von 17 bis 18 Uhr eine Sprechstunde, in der wir über Demenzformen wie Alzheimer und damit verbundene Herausforderungen ebenso informieren wie über Pflege, Betreuung und mögliche Kosten“, sagt die zertifizierte Validationsanwenderin (Level I und II). Das vom Einrichtungsträger Landesverein für Innere Mission in der Pfalz (LVIM) betriebene Autorisierte Zentrum für Validation in Wachenheim vermittelt weitere wertvolle Hilfen für den Umgang mit Menschen mit Demenz, auch bei Kursen im Wichern-Haus Zweibrücken.

Würdiges Miteinander

Validation ist eine Form des Umgangs mit desorientierten, sehr alten Menschen und bedeutet wörtlich „Wertschätzung“ des anderen. Die amerikanische Gerontologin Naomi Feil hat diesen Weg des würdevollen Miteinanders Anfang der 70er Jahre entwickelt. Im Johann-Hinrich-Wichern-Haus ist Validation wie in allen Häusern des Landesvereins für Innere Mission in der Pfalz (LVIM) ein zentraler Bestandteil des täglichen Miteinanders. Auch für Angehörige bietet der LVIM Validationsseminare an.

Infos: Demenzsprechstunde für Angehörige jeden ersten Freitag im Monat von 17 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung, Tel. (06332) 208-449, Infos zum Thema Validation unter www.lvim-pfalz.de/kompetenz-fuer-demenz/kurse-und-seminare.html.

Der LVIM Bad Dürkheim

 

Der 1904 gegründete LVIM betreibt das Evangelische Krankenhaus Bad Dürkheim mit 200 Betten, die Medizinischen Versorgungszentren in Bad Dürkheim und Zweibrücken, acht stationäre Altenhilfezentren in der Vorder- und Westpfalz mit rund 900 Pflegeplätzen – darunter das Johann-Hinrich-Wichern-Haus in Zweibrücken – zwei Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienste, das Autorisierte Zentrum für Validation in Wachenheim und die Service- und Dienstleistungsgesellschaft mbH (SDG). Er beschäftigt rund 1400 Mitarbeitende, darunter 130 Auszubildende. Circa 275 bürgerschaftlich Engagierte unterstützen die Arbeit des LVIM.red./dos

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