HG Saarlouis beendet Dessaus Siegesserie

Einstand von Barkow gelungen – 29:24 (13:12) – Heimerfolg absolut verdient

SAARLOUIS „Sie haben alle heute einen sehr, sehr guten Job gemacht.“ HGS-Coach Philipp Kessler war am Ende stolz auf seine Jungs, die mit einer disziplinierten Leistung die Serie des Dessau-Rosslauer HV (10 Siege ohne Niederlage) am Samstagabend beendeten. 1325 Fans in der Stadtgartenhalle waren begeistert und feierten den 29:24 (13:12)-Heimsieg mit dem Team.

Gratuliert hat hinterher auch Trainer-Urgestein Uwe Jungandreas, der zwar nicht „übermäßig ärgerlich“ über die Niederlage war, aber doch mit der Art und Weise haderte. Sein nüchternes Fazit im Trainergespräch: „Insgesamt war Saarlouis heute die bessere Mannschaft. Deshalb geht der Sieg so in Ordnung.“

Saarlouis begann konzentriert, konnte sich in der Anfangs-Viertelstunde aber nicht absetzen (6:5, 14.). Drei sicher verwandelte Strafwürfe von Lars Weissgerber, ein Klasse-Tor des starken Kreisspielers Michael Schulz und ein Geschoss von Yann Polydore später und nun war der Vorsprung doch deutlicher (11:7, 20.). Sechs Minuten vor der Pause gab es dann einen kleinen Bruch im Spiel der Gastgeber: Weissgerber scheiterte vom Punkt gegen Phil Döhler und in der Folge versemmelten die Saarländer vorne einige Bälle (Kessler: „Darüber werden wir reden müssen.“). Statt also den Vorsprung auf 5 Tore auszubauen, ließ man den DRHV aufkommen. Das verhinderte auch die erste Auszeit von Kessler nicht. Mit der Pausen-Sirene war der Vorsprung bis auf ein Tor (13:12) zusammengeschmolzen.

Das wird noch eine lange zweite Spielhälfte, waren die Fans beim Pausenbier überzeugt. Und sie sollten Recht behalten. Dessau ließ den ersten Angriff der 2. Hälfte liegen und Michael Schulz erhöhte per Tempogegenstoß auf 14:12. Doch der DRHV gab sich nicht geschlagen. Als Florian Pfeiffer in der folgenden Überzahl-Situation das Leder zum 15:15 im leeren Saarlouiser Kasten versenkt, ist alles wieder völlig offen. In der nächsten Szene haben die Saarlouiser dann Glück: Der lange Ball von Bruno Zimmermann rollt am leeren HGS-Tor vorbei. Wäre dem DRHV da die Führung gelungen, wer weiss, wie die Partie weitergegangen wäre.

Doch das Team von Philipp Kessler fängt sich, legt in der Folge immer wieder einen Ball vor (17:16, 37. – 18:17, 39.). Ein Dreierpack der Gastgeber zwischen der 40. und der 43. Minute stellt die Zeichen erstmals auf Heimsieg. Jerome Müller, der erst in der 2. Hälfte zum Einsatz kam, schickt erst „einen Strahl“ in den Winkel, und gleich darauf tankt er sich nach einer Glanzparade von Pat Schulz gegen den völlig freien Jakub Stryc durch und erhöht auf 20:17. Neuzugang Moritz Barkow wird am Kreis angespielt und versenkt das Leder zu seinem ersten Tor für die HG Saarlouis (21:17).

Während Uwe Jungandreas in einer Auszeit versucht, seine Jungs neu auszurichten, stehen die 1325 erstmals auf und applaudieren ihren Jungs für diesen energischen Zwischenspurt. Und die Saarländer machen so angestachelt weiter. Im Wechsel jetzt Parade von Pat Schuulz und auf der anderen Seite Tor für die HGS. Julius Andersson, Barkow und Michael Schulz sind erfolgreich – von der Anzeigentafel leuchtet zehn Minuten vor Schluss ein 25:20 für die HGS. Dessau kommt noch einmal näher, kann auf 26:23 (54.) verkürzen, doch das wars dann. Jerome Müller und Marcel Engels sind nicht zu stoppen und beim 28:23 vier Minuten vor Schluss ist der Sieg sicher. Die Fans stehen die letzten drei Minuten, Vanco und Andersson treffen noch mal zum 29:24-Endergebnis- Der Rest ist Saarlouiser Freude – auf den Rängen und auf der Platte…

Und wenn dann kommende Woche beim Auswärtsspiel gegen Hagen eine andere Serie zu Ende geht – nämlich die der HGS-Auswärts-Pleiten – dann kommt so langsam alles wieder ins Lot. Moritz Barkow kann zu einem Stabilisierungs-Faktor werden. Das hat er bei seinem ersten Auftritt in der Stadtgartenhalle angedeutet, er redet viel, bringt vorne und hinten seine Leistung und wenn er dann endgültig fit und integriert ist, wird man in Saarlouis Freude an der Nachverpflichtung haben. Ein Anfang ist gemacht, ein freier Sonntag für die Spieler verdient, aber wie Philipp Kessler sagte: „Am Montag geht’s weiter…“

red./am

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