Heimstatt der Kreidefelsen von Rügen

Winterthur bei Zürich bietet viele Museen und Altstadtkultur – Zeugnisse Schweizer Mäzenatentums

WINTERTHUR Happs, happs, happs – und in scheinbarer Windeseile ist eine Portion Rösti mit Gemüse und einer Bratwurst verputzt.  Auf einem Flachbildschirm, animiert zur Pause nach dem Museumsbesuch. Lustig und technisch zugleich präsentiert sich so der Eingang zum Restaurant des Technorama, dem „Swiss Science Center“ in Winterthur.


Lustig und gewichtig


Mit über 250000 Besuchern über das Jahr präsentiert sich das moderne Technikmuseum oberhalb von Winterthur, nahe Zürich gelegen, als ein nationaler Publikumsmagnet, für Jung und Alt. Es werden auf spielerische und vergnügliche Art wissenschaftliche und technische Phänomene dargestellt. Man kann dem Magnetismus ebenso auf die Spur kommen, wie Elektrizität als Fortbewegungsmotor für Spiel-zeugeisenbahnen. Im Untergeschoss präsentiert sich eine exquisite Auswahl an Modellen, etwa seltenen Exemplaren von Märklin um 1900.
Oberhalb der Altstadt – erreichbar durch einen gut halbstündigen Spaziergang oder eine kurze Fahrt mit dem Museumsbus – liegt ein weiterer Teil Winterthurer Kultur, die Villa Am Römerholz. Hier ist ein Teil der Kunstsammlung von Oskar Reinhart (1885-1965) untergebracht – Gemälde und Skulpturen, teilweise auch im großzügigen Garten des Anwesens.
Ein weiterer Teil der Reinhart-Sammlung wird im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten gezeigt. Hier ist im so genannten Romantiker-Saal die Heimstatt der berühmten Kreidefelsen auf Rügen, von der Hand Caspar David Friedrichs (1774-1840). Reinhart erwarb dieses Gemälde 1930.
Die Sammlung zählt weltweit zu der umfangreichsten und qualitativ hochwertigsten auf dem Gebiet der deutschen, österreichischen und schweizerischen Kunst dieser Zeit und beherbergt rund 600 Kunstwerke des späten 18. Jahrhunderts bis zum frühen 20. Jahrhundert – mit weiteren Vertretern wie van Gogh, Degas, Cezanne oder Hodler, Segantini oder Amiet.
Der Betrachter kann sich entspannt durch die großzügigen Räume in der Villa am Römerholz bewegen als auch die überschaubaren, teils kabinettartig anmutenden Zimmer des Museums am Stadtgarten genießen. Die Räume hier sind, entsprechend Reinharts Einrichtung in ihrem Interieur nach wie vor stilistisch an die Epochen der jeweils präsentierten Kunst angepasst.

 
Nächste Termine


Oskar Reinhart steht Pate für Schweizer Mäzenatentum, das sich etwa in Winterthur nach industriellem Aufstieg im 19. Jahrhundert entwickeln konnte.
Die Stadt zeichnete sich aus durch Schienen- und Textilfabrikation oder durch die erste mechanische Spinnerei in der Schweiz. Winterthur, mit rund 100000 Einwohnern zweitgrößte Stadt im Kanton Zürich und sechstgrößte in der Schweiz, präsentiert sich in vielen Winkeln  lustig und doch erhaben zugleich. Ein Gang durch die Altstadt mit dem Audioguide lohnt sich in jedem Fall, halten die Geschichten zu Gebäuden, Gassen und Bewohnern der Stadt doch einige Überraschungen bereit. Nächste Kunst-Highlights  der Region sind „Deutscher und französischer Expressionismus“ ab 7. Februar in Zürich oder die Jubiläumsausstellung 20 Jahre Fotomuseum Winterthur noch bis 9. Februar. Infos auch unter www.winterthur.ch und www.zuerich.com.
hcr

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