Gut gerüstet für die Zukunft

Saar-Polizei: Einführung von Body-Cams, mobile Sachbearbeitung und neue Ausstattung

SAARBRÜCKEN Nachdem Minister Klaus Bouillon bereits im Jahr 2015 entschieden hatte, den Einsatz von Body-Cams bei der saarländischen Vollzugspolizei zu erproben, ­startete Mitte 2016 eine sechsmonatige Testphase, an der die Polizeiinspektionen (PIen) Saarbrücken-St. Johann, Neunkirchen und Lebach beteiligt waren. Die positiven Ergebnisse im Saarland deckten sich mit denen anderer Bundesländer, so dass seit dieser Woche im Saarland landesweit Körperkameras eingesetzt werden können.

„Unsere Polizei setzt sich jeden Tag rund um die Uhr für die Sicherheit unserer Bürger ein. Deshalb ist es wichtig, dass wir alles tun, um unsere Polizisten angemessen zu schützen und entsprechend auszustatten“, sagt Innenminister Bouillon. „Ich bin überzeugt davon, dass die jetzige landesweite Einführung der Body-Cams hierzu einen wichtigen Beitrag leisten wird.“

Eine Auswertung der Fallzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik für den Zeitraum des Probebetriebs im Jahr 2016 zeigte bereits, dass die Straftaten gegenüber Polizeivollzugsbeamten bei den Probedienststellen im Betrachtungszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gesunken sind. Der Einsatz der Körperkameras soll zukünftig insbesondere in polizeilichen Kontrollsituationen zur Anwendung kommen, bei denen mit einer Gefährdung für die Polizeikräfte oder unbeteiligte Dritte zu rechnen ist. Der Einsatz der Körperkameras soll zukünftig insbesondere in polizeilichen Kontrollsituationen zur Anwendung kommen, bei denen mit einer Gefährdung für die Polizeikräfte oder unbeteiligte Dritte zu rechnen ist.

Insgesamt wurden 72 Körperkameras der Firma Reveal (Modell: R2XL2) angeschafft, es erfolgte die Ausstattung aller PIen (Wach- und Streifendienst und die Operativen Einheiten), sowie der Zentrale Verkehrspolizeiliche Dienst (alle drei Standorte) und die Diensthundestaffel (alle Dienststellen mit originärer Streifenaufgabe). Sechs Kameras befinden sich als Reserve auf Lager.

Verbesserte Sachausstattung der Polizei durch Sicherheitspaket V

Die von Minister Bouillon mittels mehrerer Sicherheitspakete initiierte Verbesserung der Sachausstattung der Polizei ist auch im vergangenen Jahr weiter voran geschritten. Die vorgesehenen Sachausstattungen im Rahmen des Sicherheitspaketes V sind mittlerweile vollständig beschafft.

Damit wurde die Sachausstattung der Polizei sowohl im Bereich der Spezialkräfte als auch im Bereich des Wach- und Streifendienstes und der OpE erheblich verbessert. Auch damit wird die Professionalität der saarländischen Polizei gefördert und gleichzeitig dem Schutzbedürfnis der Beamten Rechnung getragen. Zudem wurde 2017 ein gebrauchtes Dienstboot der Polizei Hamburg erworben (Kaufpreis 250 000 Euro). Das Dienstboot wird in Hamburg abgeholt und am 20. Februar im Saarland erwartet.

Zur weiteren Verbesserung der Schutzausstattung im Rahmen von Einsätzen bei sogenannten lebensbedrohlichen Einsatzlagen (z.B. Amok, Terroristische Anschläge) ist u.a. der Erwerb eines sondergeschützten Einsatzfahrzeuges für die Spezialeinsatzkräfte ein weiterer, wesentlicher Aspekt.

Da derzeit die Vorlaufzeit von der Bestellung bis zur Auslieferung eines solchen Spezialfahrzeuges bei mehreren Jahren liegt, ist mit einer kurzfristigen Beschaffungsmöglichkeit nicht zu rechnen.

Aktuell bot sich eine einmalige und günstige Gelegenheit. gebrauchte sondergeschützte Fahrzeuge der Marke TOYOTA Landcruiser aus dem Fahrzeugpool der Bundesbank zu erwerben.

Sachbearbeitungs-App

 

Was die Sachbearbeitung anbelangt, setzt die Saar-Polizei jetzt landesweit auf die mobile Sachbearbeitungs-App: Wurden bislang die notwendigen Daten zur Sachbearbeitung von Unfällen und Strafanzeigen vor Ort auf einem Schreibblock festgehalten, arbeiten die Polizisten jetzt mit Tablets und Smartphones.

Es ist geplant, noch im Januar 2018 zunächst bei der Polizeiinspektion Saarlouis und anschließend landesweit mit der App zu starten.

Finanzplanung

Über die mittelfristige Finanzplanung werden ab 2018 etwa 20 Millionen Euro mehr in die Ausrüstung der Polizeibeamtinnen und -beamten investiert:

im Jahr 2018 etwa 2,5 Millionen Euro, 2019 etwa 3,4 Millionen Euro, 2020 etwa zehn Millionen Euro und 2021 etwa vier Millionen Euro. red./jb

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de