Gut für Körper und Geist

Lebenshilfe-Sportler trainieren Selbstverteidigung im Karatecentrum Bushido Heiligenwald

HEILIGENWALD „Ich habe schon sehr viel gelernt und freue mich jede Woche auf das Training“, erzählt Sascha Beck, der gemeinsam mit anderen Menschen mit geistiger Behinderung regelmäßig in der inklusiven Karategruppe der Lebenshilfe Neunkirchen und des Karatecentrums Bushido Heiligenwald trainiert. Der 41-Jährige, der in der Schlosserei des Werkstattzentrums für behinderte Menschen der Lebenshilfe arbeitet, hat mittlerweile bereits den orangenen Gürtel.

Der 21-jährige Florian Glowick, der ebenso wie Sascha Beck in der Wohnstätte Weierswies I der Lebenshilfe wohnt, schätzt nicht nur das Training, sondern auch die Gemeinschaft mit den anderen. Auch dem 37-jährigen Jan Ratzel, dem 59-jährigen Martin Didas, dem 48-jährigen Jochen Beckinger und dem 25-jährigen Ron Busch macht das Training in der Lindenhalle Stennweiler unter Anleitung des Trainers Manfred Schlicher sichtlich Spaß.

„Man muss die Anweisungen in einfacher Sprache geben“, antwortet Schlicher auf die Frage, worin sich das Training für Menschen mit geistiger Behinderung von den regulären Übungsstunden unterscheidet. Auch seine Erfahrung mit Kindertraining sei ihm beim Umgang mit den Lebenshilfe-Sportlern zugute gekommen.

Körper und Geist gleichermaßen

Karate sei keine einseitige Sportart, sondern beanspruche Körper und Geist gleichermaßen. Das Training verbessere nicht nur die Koordination von Armen und Beinen, sondern fördere auch die Konzentration. Die Sportler der Lebenshilfe Neunkirchen haben in den drei Jahren, in denen sie im Karatecentrum Bushido Heiligenwald trainieren, nach seiner Einschätzung schon große Fortschritte gemacht.

Kontakt auch neben dem Sport

Im Verein, der rund 100 Mitglieder zählt, seien die Sportler der Lebenshilfe herzlich aufgenommen worden, ergänzt Monika Schlicher. Bei Veranstaltungen wie Sommer- und Grillfesten oder Weihnachtsfeiern feiere man gemeinsam.

Die Menschen mit Behinderung seien immer sehr stolz, wenn sie ihr Können in der Öffentlichkeit präsentieren könnten wie beispielsweise beim Aktionstag anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung oder den Gesundheitstagen für ältere Menschen.

„Wir wollten mit Karate auch Menschen mit geistiger Behinderung eine moderne Sportart anbieten“, erläutert Sonja Alt, die Koordinatorin des Sport- und Freizeitclubs der Lebenshilfe Neunkirchen.

Der Kontakt zum Karatecentrum Bushido Heiligenwald kam durch Lebenshilfe-Mitarbeiterin Gabriele Hammerschmidt zustande, die dort in ihrer Freizeit trainiert.

Das Ehepaar Monika und Manfred Schlicher engagiert sich bereits seit Jahrzehnten im Karatesport und führt ein eigenes „Dojo“, was übersetzt „spiritueller Raum, in dem Kampfkünste gelehrt werden“ bedeutet, in der Hauptstraße in Schiffweiler.

Nähere Informationen gibt es unter www.karatecentrum-bushido-heiligenwald.de oder unter www.heiligenwalder-karateclub.de.red./eck

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