Goldener Herbst im Saar-Handwerk

Herbst-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer

SAARBRÜCKEN Den Ergebnissen der Herbst-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) zufolge läuft der Konjunkturmotor im saarländischen Handwerk weiter rund. Die Zufriedenheitswerte bewegen sich auf einem hohen Niveau. Umsätze wie auch Auftragsbestände legten per Saldo im dritten Quartal zu. Sehr optimistisch blicken die Betriebe auf die kommenden Monate. Informationen zum Investitionsverhalten im Handwerk liefern die Resultate einer Sonderumfrage aus dem ersten Quartal 2017.

„Der Konjunkturmotor im saarländischen Handwerk läuft weiter auf Hochtouren. Man könnte mit Blick auf die Konjunkturindikatoren sogar sagen, dass die Taktzahl noch etwas gestiegen ist“, bringt HWK-Präsident Bernd Wegner die Ergebnisse der HWK-Herbstumfrage auf den Punkt.

HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes würdigt die Investitionstätigkeit des Saar-Handwerks. „Die Umfrage ‚Investitionstätigkeit im Handwerk’ aus dem Frühjahr 2017 zeigt, dass rund jeder zweite Handwerksbetrieb in den vergangenen drei Jahren investiert hat. Die Handwerksbetriebe wissen, dass davon ihre Wettbewerbsfähigkeit abhängt“, so Klein-Zirbes.

Insgesamt bewerten 95 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage in der Herbst-Konjunkturumfrage mit gut oder befriedigend. Damit erreicht der Stimmungsindikator im 10-Jahresvergleich einen neuen Höchstwert. Der Anteil der Betriebe mit guter Geschäftslagebeurteilung liegt bei 53 Prozent. Die Nachfrage nach handwerklichen Leistungen nahm zu. Ein Drittel der Betriebe (Herbst 2016: 22 %) verzeichnete einen gestiegenen Auftragsbestand.

Die wirtschaftliche Dynamik schlug sich auch bei den Umsätzen nieder. 34 Prozent (Herbst 2016: 25 %) der Befragten schlossen das dritte Quartal mit einem Umsatzplus ab. 52 Prozent der Handwerksbetriebe hatten so hohe Erlöse wie im Vorquartal (Herbst 2016: 60 %).

Die Beschäftigung belebte sich. 25 Prozent (Herbst 2016: 17 %) der Betriebe gaben an, zusätzliches Personal eingestellt zu haben.

HWK-Geschäftsklimaindex

Das positive Stimmungsbild spiegelt sich auch im Verlauf des Geschäftsklimaindex wider, der neben der aktuellen Geschäftslage auch die Zukunftserwartungen der Unternehmen abbildet. Der Klimaindikator setzt in diesem Herbst seinen Aufwärtstrend fort und erreicht mit aktuell 94 Punkten einen neuen Höchststand. Die Unternehmen blicken sehr zuversichtlich auf die kommenden Monate. Insgesamt erwarten 93 Prozent (Herbst 2016: 88 %) der Betriebe eine gleichbleibende oder gar bessere Geschäftslage.

Ausblick

Die Wirtschaftsforscher rechnen damit, dass im kommenden Jahr die Wirtschaft weiter wächst. „Angesichts der prognostizierten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürfte der Konjunkturzug im Handwerk in Fahrt bleiben“, sind Wegner und Dr. Klein-Zirbes überzeugt. Trotz der positiven Zukunftsperspektiven darf ihrer Meinung nach eine wichtig Aufgabe nicht vernachlässigt werden, um die Wachstumschancen des Handwerks nicht zu gefährden: die Sicherung der Fachkräfteversorgung. „Schon heute hören wir von Betrieben, dass Sie mehr Aufträge bewältigen könnten, jedoch dafür nicht die erforderlichen Fachkräfte finden“ gibt Präsident Wegner zu bedenken. red./sh

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