Gewaltstraftaten beschäftigen zunehmend

Der WEISSE RING Saarbrücken wurde von 138 Betroffenen um Hilfe gebeten

SAARBRÜCKEN Die 138 Verbrechensopfer oder deren Angehörige des letzten Jahres wurden in der Außenstelle Saarbrücken von 18 Mitarbeitern betreut. Bei den bearbeiteten Opferfällen waren 76 Gewaltstraftaten, dabei 34 Körperverletzungen und 20 Sexualdelikte, die restlichen Fälle betrafen Stalking, Diebstähle und verschiedene andere Straftaten.

Verglichen mit dem Vorjahr gab es 2017 insgesamt einen leichten Rückgang der Fälle bei denen die Hilfe des WEISSEN RINGS gewünscht wurde. Dafür waren einige Fälle in denen die ehrenamtlichen Helfer des Vereins aktiv wurden intensiver und aufwändiger. So kümmerten sich die Opferhelfer bei mehreren Tötungsdelikten um die Angehörigen der Opfer.

Der Außenstellenleiter des WEISSEN RINGS im Regionalverband Saarbrücken sagte dazu: „Bei komplexen Tatfolgen kann man die Leute nicht nach einem Gespräch sich selbst überlassen. Die Aufgabe von meinen Mitarbeitern und mir besteht auch darin den Menschen den Weg zurück zum selbstbestimmten Weg zu zeigen. Wir geben ihnen sogenannte Leitplanken innerhalb derer sie sich bewegen sollen, wir nennen weitere Hilfemöglichkeiten in dem großen Netzwerk das alle Mitarbeiter von uns kennen. Manchmal genügt aber auch das nicht und wir gehen mit den Leuten zu verschiedenen Ämtern oder auch zur Polizei.“

Ein weiteres Indiz für die Notwendigkeit des Vereins ist das ständig wachsende finanzielle Engagement bei bedürftigen Opfern. Half der WEISSE RING im Regionalverband im Jahr 2014 mit 9 900 Euro, lag die Notwendigkeit der Unterstützungen im vergangenen Jahr bei rund 29.000 Euro. Darin enthalten auch Kosten für sogenannte Hilfeschecks die als „Beratungsscheck für anwaltliche Erstberatung, Scheck für rechtsmedizinische Untersuchung und Schecks zur psychologischen Erstberatung“ ausgestellt wurden. Die eingesetzten Gelder stammen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, testamentarischen Zuwendungen sowie von Gerichten und Staatsanwaltschaften verhängten Geldbußen. Eine staatliche Unterstützung erhält der Verein nicht um unabhängig und im Sinne der Opfer handeln zu können.

Für die Zukunft sind Projekte und Vorträge geplant um mehr Menschen davor zu bewahren überhaupt erst Opfer zu ­werden.

Für diese Präventionsmaßnahmen werden zusätzliche Helfer benötigt. Interessenten können sich bei der Geschäftsstelle des WEISSEN RINGS, LV Saar, Tel. (06 81) 6 73 19, E-Mail lbsaarland@weisser-ring.de, melden. Dort sind auch Anträge auf Mitgliedschaft (ab 2,50 Euro/Monat) erhältlich.

Mehr Informationen über die Arbeit und die Möglichkeiten die der Verein zur Schulung seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter bietet unter www.weisser-ring.de

Der WEISSE RING ist Deutschlands größte und bundesweite Opferorganisation. In den 420 Außenstellen stehen unsere über 3 200 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelfer den Menschen Tag für Tag zur Seite und kümmern sich um die schuldlosen Opfer von Straftaten.

Im Saarland gibt es sechs Außenstellen: Merzig-Wadern, Neunkirchen, Saarbrücken, Saarlouis, Saar-Pfalz-Kreis und St. Wendel. red./jb

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