Gegen die Abzocke der GEMA

Offener Brief der Ortsvorsteher der Gemeinde Schiffweiler

SCHIFFWEILER Die Gemeinde Schiffweiler und ihre vier Ortsvorsteher sind in großer Sorge um die Zukunft zahlreicher Veranstaltungen der Vereine, wie z. B. Dorffeste, Weihnachtsmärkte und andere die Ortsgemeinschaft zusammenhaltende und fördernde Veranstaltungen.

Aus diesem Grund haben Christina Baltes, Dominik Dietz, Holger Marold und Klaus Gorny einen offenen Brief an Bundeskanzlerin ANgela Merkel und die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer geschrieben.

„Mit den neuen Tarifen für Livemusik und Tonträgerveranstaltungen der GEMA sind unsere öffentlichen Veranstaltungen existenzbedroht. Schon seit Jahren müssen die Vereine enorme Standgelder aufbringen, damit die Kosten der Grundversorgung solcher Feste gedeckt sind. Die enorme Erhöhung der Gema-Gebühren hat zur Folge, dass diese Standgelder erneut erhöht werden müssen und viele Vereine dies nicht mehr bewältigen können.

Die Teilnehmerzahl unserer Dorffeste hat sich stark verkleinert, was natürlich nicht alleine den Gebühren der Gema zuzuschreiben ist; aber mit Sicherheit tragen sie einen Großteil dazu bei, dass die Grundkosten einer solchen Veranstaltung nicht mehr gestemmt werden können.

Der Gipfel der Unverschämtheit ist nun aber erreicht. Die Gema hat der Gemeinde Schiffweiler für mehrere Veranstaltungen (Dorffeste und Weihnachtsmarkt) exorbitante Rechnungen geschickt, weil die Veranstaltungen nicht angemeldet gewesen seien.

Was für eine Unverschämtheit. Seit fast 40 Jahren finden die Dorffeste in der Gemeinde Schiffweiler statt; seit fast 40 Jahren zahlen wir Gebühren an die Gema und haben unsere Veranstaltung auch immer angemeldet; so auch in diesem Jahr.

Wir sind machtlos gegen diese Gebührenerhöhungen und können nur mit ansehen, dass kleinere Vereine nicht mehr in der Lage sind, Feste für ihre Bürger und Bürgerinnen zu feiern. Abgesehen davon, dass heute schon kaum mehr Gewinne erzielt werden können, sind solche Feste aufgrund der vielfältigen Gebühren (Gema, Ausschankgenehmigung und viele mehr) und Logistikkosten nicht mehr zu finanzieren.

Wir verstehen auch den Sinn der Gemagebühren, Unterstützung der Künstler, aber wo können Nachwuchskünstler sich noch darstellen, wenn es keine Dorffeste mehr gibt?

Wir appellieren an Sie, gegen diese maßlosen Gebührenabzocke einzuschreiten.red./eck

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