Füttern ausdrücklich erlaubt

Der BUND gibt Ratschläge zum Umgang mit Vögeln in der kalten Jahreszeit

ST. INGBERT „Vögel sind überall da, wo sie was zu fressen finden“. Dieser Satz, so einfach wie wahr, sollte uns mittlerweile zu eigenem Handeln inspirieren, wenn wir unsere Vogelwelt erhalten wollen. Denn einer der Hauptgründe für den mittlerweile von allen Ornithologen beobachteten erschreckenden Rückgang der einheimischen Vögel liegt darin, dass die auf Insekten und Wildkräuter angewiesenen Vögel in unserer ausgeräumten Landschaft nicht mehr genug zu fressen finden. Der erhebliche Verlust an Insekten – manchen Studien zufolge beträgt der Rückgang bis zu 80 Prozent! - kann nicht folgenlos für die in der Nahrungskette folgenden Tierarten sein. Das betrifft neben Amphibien, Reptilien und Fledermäusen auch unsere Vögel. Schon ist es zu einem schleichenden Artenschwund gekommen, der sich in unseren Gärten und bei Spaziergängen im Umfeld offenbart: es wird leiser, unsere Natur ist weniger belebt und wer alt genug ist, sich an früher zu erinnern, den kann das schon traurig stimmen. Doch wir alle können ein wenig dagegen tun, dass unsere Vögel nicht mehr und mehr verschwinden: wir können unsere Gärten so gestalten, dass im Jahresverlauf eine blühende Vielfalt zur Verfügung steht, die Insekten anlockt und Sämereien für Vögel anbietet. Wer die Möglichkeit dazu hat, kann Wiesen und alte Baumbestände erhalten oder Nisthilfen für Insekten und Vögel bereitstellen.

Was nahezu jedem möglich ist: wir können unsere Vögel füttern! Das ist ein kleiner bescheidener Beitrag jedes einzelnen, mit dem wir den Rückgang der Vogelarten auf einem zugegebenermaßen sehr kleinen Fleck der Landkarte aktiv beeinflussen können!

Der NABU St. Ingbert gibt einige wichtigste Tipps:Bieten Sie eine möglichst überdachte, ausreichend große und katzensichere Futterstelle an. Günstig sind neben einem Futterhaus auch Futtersäulen, die man in einem Baum oder am Balkon aufhängen kann.

Als Futtermittel kann man Sonnenblumenkerne, Haferflocken mit einem Schuss Öl verrührt und einheimische Nüsse wie Hasel- oder Walnüsse empfehlen. Das deckt den Futterbedarf der meisten Vögel wie Meisen, Amseln, Finken, Spatzen und anderer Singvögel. Fettfutter (z.B. in Meisenknödeln) ist vor allem im Winter eine wertvolle weil energiereiche Nahrung.

Wessen Geldbeutel es erlaubt, dem kann man mittlerweile zu einer ganzjährigen Fütterung raten, denn vor allem in der Brutzeit brauchen die Altvögel eine sichere Energiequelle, um die Aufzucht der Jungen gewährleisten zu können.

Stellen Sie die Futterstelle dort auf, wo Sie die Vögel gut beobachten können. Es wird Ihren Ausblick aus dem Fenster in jedem Fall bereichern, wenn es Sie nicht sogar für viele Momente glücklich macht! red./jj

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de